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Konzert
Jubiläum trotz einiger Unkenrufe

Der Männer-Gesangverein Concordia bei seinem Konzert am Sonntagabend in der Webenheimer Kirche.
Der Männer-Gesangverein Concordia bei seinem Konzert am Sonntagabend in der Webenheimer Kirche. FOTO: Erich Schwarz
Webenheim. Den Männergesangverein Concordia gibt’s seit 160 Jahren.

Als der Männergesangverein „Concordia Webenheim“ vor zehn Jahren sein 150-jähriges Vereinsjubiläum feierte, hatten nur die größten Optimisten fest damit gerechnet, dass der einzige kulturtreibende Verein in Webenheim auch noch das Alter von 160 Jahren erreichen würde. Aber allen Unkenrufen zum Trotz konnte die „Concordia“ nun ihr 160-jähriges Vereinsjubiläum feiern. Fünfzehn Sänger sind dem Chorgesang im früheren Bauerndorf treu geblieben, etliche davon schon über 80 Jahre alt.

„Grüß’ Gott mit hellem Klang“, passender hätte die Begrüßung der Gäste in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche durch den Vereinsvorsitzenden Heinz Schunck nicht sein können. Hinter dem Altar die geweihte Vereinsfahne des Traditionsvereins, „In Freud’ und Leid zum Lied bereit“, der Wahlspruch der Webenheimer Sänger. Dieser Leitspruch, so Heinz Schunck, habe in vielen Fällen in schweren Zeiten schon über vieles hinweggeholfen. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden gab es Grußworte von Pfarrerin Ines Weiland-Weiser, die Hausherrin der Kirche, die sich stolz darüber zeigte, dass „auf meine Männer“ immer Verlass sei. Schließlich sei es schon bemerkenswert, dass ein weltlicher Chor die kirchlichen Ereignisse durch den Chorgesang umrahme. Für Außenstehende auch bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Männerchor sich nie zu einem gemischten Chor gewandelt hat, wie das viele Männerchöre auf der Suche nach neuen Wegen gemacht hatten. Die Webenheimer blieben immer ein reiner Männerchor, wenn auch Nachwuchs dringend gesucht wird. Gleichwohl war es erstaunlich, wie die vielen älteren Sänger das schwere und auch lange Programm meisterten.

Es begann mit vier geistlichen Liedern, die trotz des überwiegend hohen Alters und der geringen Anzahl der Sänger dennoch kraftvoll und mit großer Präzision dargeboten wurden. Und ein weiterer Punkt ist sehr bemerkenswert: Seit nun fast drei Jahrzehnten wird der Chor ohne Unterbrechung von Kurt Bubel geleitet. Nach der Eröffnung durch die „Concordia“ gab es dann einen feierlichen Einzug des Blies-Knappen-Chores mit dem Barbara-Lied. Der Chor aus Rubenheim und Umgebung unter der Leitung von Georg Becker hat es sich zur Aufgabe gemacht, traditionelles Liedgut der Bergleute auch weiterhin zu pflegen und zu bewahren. Daher auch die ersten vier Stücke klassische Bergmannslieder, auch aus anderen „Revieren“ als nur aus dem Steinkohlebergbau.



Im zweiten Teil des Konzertes dann auch andere Literatur, etwa „Reich mir deine Hände“ von Wilhelm Heinrichs oder „Licht der Musik“ von Erhard Raubuch. Und die „Concordia“ konnte auch noch einmal glänzen, das „Morgenrot“ von Robert Pracht oder „Schäfers Sonntagslied“ gehörten zu den Glanzstücken der Sänger. Am Ende riesigen Applaus nach dem von beiden Chören gemeinsam gesungenen Schlusslied „Jahre kommen, Jahre gehen“ von Rudi Kühn. Grußworte gab es von Staatssekretär Ulli Meyer, Landrat Theophil Gallo sowie Bürgermeisterin Annelie Faber-Wegener. Hartmut Doppler, Präsident des pfälzischen Chorverbandes, ehrte Wilfried Schwartz für immerhin 70 Jahre Chorgesang und Wolfgang Thönes für 50 Jahre. Günter Schwartz wurde für 40 Jahre Tätigkeit als Vereinsschriftführer geehrt.