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„Kommunen-Tour-Mobil“
Die Energiewende geht auf Tour

Anke Rehlinger (SPD) in einem E-Auto der Energieberatung Saar. Im Hintergrund das neue Kommunen-Tour-Mobil.
Anke Rehlinger (SPD) in einem E-Auto der Energieberatung Saar. Im Hintergrund das neue Kommunen-Tour-Mobil. FOTO: Oliver Dietze
Saarbrücken. Mit einem „Kommunen-Tour-Mobil“ will das Saarland die Möglichkeiten des Energiesparens stärker den Bürgern nahebringen. Von Joachim Wollschläger

Die Energiewende näher an die Menschen bringen, das ist das Ziel des neuen „Kommunen-Tour-Mobils“, das gestern in Saarbrücken an den Start gegangen ist. Mit einem Info-Bus auf Messen, in Schulen und auf Firmenveranstaltung soll die Energieberatung stärker vor Ort stattfinden. „Wir müssen angesichts des Klimawandels die kleinen Ziele stärker verfolgen“, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD) gestern beim Start des neuen Programms.

Schon seit mehreren Jahren gibt es die Landeskampagne Energieberatung Saar, die federführend von der Arge Solar verantwortet wird und bei der die Verbraucherzentrale als Kooperationspartner beteiligt ist. „Während die Menschen bisher zur Beratung kommen mussten, drehen wir den Spieß jetzt um und fahren zu den Menschen“, sagte Arge-Solar-Geschäftsführer Ralph Schmidt. Das neue Kommunen-Tour-Mobil ist dafür mit einem Beratungsstand und Beratungspersonal unterwegs.

Basis der Kampagnen bleibt weiterhin das individuelle Beratungsangebot sowie die Informationsveranstaltungen im Rahmen der Aktionswoche „Das Saarland voller Energie“, bei der unterschiedliche Projekte aus dem Bereich der erneuerbaren Energien vorgestellt werden. Die Kommunen-Tour hingegen bringe die Energieberatung direkt zu denen, „die sich bisher noch nicht so intensiv mit dem Thema Energiewende beschäftigt haben“, sagte Rehlinger.



Bei den kleinen Zielen, die über die Energieberatung erreicht werden können, geht es vor allem um schnelle Einsparungen. Sei es durch den Ersatz von Glühlampen durch Energiesparlampen, sei es durch effizientere Heizungspumpen oder gar neue Heizungsanlagen. „Wir sprechen sowohl die Hausbesitzer als auch einfach Endverbraucher an“, sagte Schmidt. Sparen ist demnach in vielen Bereichen recht einfach. Beispielsweise durch eine geringere Wassertemperatur beim Wäsche-Waschen. Oder durch schaltbare Steckdosen, die Akku-Rasierer oder -Zahnbürste vom Netz trennen.

Rehlinger sieht aber nicht nur die Bürger in der Pflicht, sondern auch die Kommunen, die gefragt sind, wenn die Energiewende gelingen soll. Parallel zur Vorstellung des neuen Info-Mobils fand gestern im Saarbrücker Schloss der Energiekongress des Instituts für Zukunfts-Energiesysteme (Izes) statt. Mit dem Info-Mobil sollen Kommunen stärker bei der Planung und Umsetzung von Aktionen und Veranstaltungen rund um die Energiewende unterstützt werden. „Viele haben bereits bei uns Interesse angemeldet“, sagte Rehlinger.

Die Wirtschaftsministerin betonte, dass es nicht ausreicht, die Energiewende ausschließlich mit großen Worten auf Klimagipfeln zu diskutieren. „Wenn wir die Ziele des Klimagipfels von Paris erreichen wollen, müssen wir noch ein bisschen was tun“, sagte sie. „Reden alleine reicht nicht. Wir müssen verbindlicher werden.“

Der erste Stopp der Kommunen-Tour ist am kommenden Samstag bei der Gemeinschaftsschule St. Wendel. Dort unterstützt die Energieberatung Saar den nationalen Aktionstag „Wir können Klimaschutz!“ mit einem Kommunen-Tour-Stand. Am 22. September hält das Kommunen-Tour-Mobil, das die Arge Solar – unterstützt von der EU – extra für die Beratungstouren angeschafft hat, beim Riegelsberger Klimatag. Geplant sind bisher jeweils eintägige Aktionen bis Mitte November 2019.