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Kommentar
Zu wenig Schutz für lebende Tiere

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Manch ein illegal importiertes Haustier aus einem „Qualzucht“-Betrieb würde sich wohl wünschen, dass es genauso gut und umfassend geschützt würde wie bereits geschlachtetes Fleisch innerhalb der EU. Von Detlef Drewes

Das mag zynisch klingen und es trifft doch das Problem: Während wir inzwischen bei jedem Schnitzel den Weg vom Hof bis auf den Teller dokumentieren lassen, ist das bei vielen lebenden Tieren keineswegs der Fall. Dabei wissen alle Beteiligten, dass eine lückenlose Information von der Geburt eines Hundes oder einer Katze bis zum Halter der einzige Weg zu einem vernünftigen Schutz des Tieres ist. Seriöse Zuchtbetriebe können zertifiziert und registriert werden. Die dort geborenen Welpen und ihre Haltung bis zum Verkauf ebenfalls. Der Kunde kann sich vorab informieren, bei welchem vertrauenswürdigen Händler er nach einem neuen Liebling Ausschau hält.

Die Europäische Union sollte sogar darüberhinaus überlegen, ob sie von den Mitgliedstaaten nicht auch eine Käuferhaftung verlangt. Denn wer an einem Autobahn-Parkplatz einen Welpen aus einem Karton erwirbt, muss wissen, dass es sich nicht um einen Verkäufer handelt, der das Wohl des Tieres über das Geschäft stellt.