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Kommentar
Feuer als Folge von Arroganz

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es ist ein katastrophales Bild, das Frankreich mit den brennenden Champs-Elysées abgibt. Gerade für Emmanuel Macron. Die Hoffnung, die ihn 2017 in den Elysée-Palast trug, ist einer tiefen Frustration gewichen. Von Christine Longin

Denn der Präsident hat es nicht geschafft, seinen Landsleuten eine bessere Zukunft zu geben. Im Gegenteil: Das Leben der meisten Franzosen hat sich verschlechtert. Schuld daran ist nicht allein Macron. Der Kaufkraftverlust, der inzwischen auch die Mittelschicht betrifft, begann schon vor seiner Amtszeit. Aber der Fehler des 40-Jährigen war es, diese Entwicklung nicht ernst zu nehmen. Eine Missachtung, die auch Gewerkschaften, Kommunen und Zivilgesellschaft zu spüren bekamen. Die Gelbwesten präsentieren Macron nun die Rechnung für zu viel Arroganz. Jupiter, mit dem Macron sich einst verglich, muss schnell vom Olymp hinabsteigen, wenn seine Präsidentschaft noch gelingen soll.