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Kommentar
Gemeinsam gegen den Krebs, das ist auch eine EU-Aufgabe

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Es stimmt: Die EU hat in Gesundheitsfragen eigentlich keine Zuständigkeit. Doch beim Kampf gegen den Krebs geht es nicht um Ordnungspolitik, sondern um eine Kraftanstrengung, bei der die gemeinsame Ebene der Mitgliedstaaten genutzt werden sollte. Von Detlef Drewes

Das beginnt bei Geldern aus dem milliardenschweren Forschungsrahmenprogramm. Das geht weiter beim Austausch über Therapie-Methoden und hört auch bei der Frage, wie die Union ihre Arzneimittel-Versorgung langfristig sicherstellen will, noch lange nicht auf.

Wenn es stimmt, dass 40 Prozent aller Krebserkrankungen tatsächlich – wie die Kommission ausgerechnet hat – vermeidbar sind, weil genügend und ausreichend Präventionsmaßnahmen verfügbar wären und angenommen würden, muss die Europäische Union handeln. Dann gehören Autobauer, deren Fahrzeuge für Lungenschäden sorgen, ebenso an den Tisch wie Lebensmittelhersteller, die Agrarlobby und die Sozialverbände, die Wege finden müssen, um die Diskriminierung ehemalige Tumor-Patienten, die wieder in das Arbeitsleben integriert werden können, zu verhindern.

Die EU nimmt keiner Klinik, keinem Mediziner und keinem nationalen Forschungslabor etwas weg – sie ergänzt alle. Und wer wollte wirklich sagen, dass beim Kampf gegen den Krebs nicht jeder gebraucht würde?