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Kolumne: Berliner Notizen
Seehofer jung, Klingbeil bärenstark

 Hagen Strauss
Hagen Strauss FOTO: SZ / Robby Lorenz
Horst Seehofer kokettiert jetzt oft mit seinem Alter, weil CSU-Chef Markus Söder eine Kabinettsverjüngung gefordert hat. Am Dienstagabend beim Jahresempfang der Immobilienwirtschaft meinte der Bauminister grinsend: „Ich muss mich ja jeden Tag rechtfertigen, dass ich noch arbeiten darf.“ Dabei sei er doch in einem „zarten, jungen Alter“. Von Hagen Strauss

Seehofer ist 70. Dann hatte er einen wichtigen Tipp für alle parat: „Wenn Sie länger leben wollen, müssen Sie bereit sein, älter zu werden.“ Sieh an.

Wettschulden sind Ehrenschulden. Auch bei der SPD. Parlamentsgeschäftsführer Carsten Schneider wurde am Montag mit einem Bierkasten auf der Schulter im Büro von Generalsekretär Lars Klingbeil vorstellig. Schneider hatte es nicht für möglich gehalten, dass Klingbeil vor Ende des vergangenen Jahres die 100 Kilo im Bankdrücken schaffen würde. Hat er aber doch. Wetteinsatz war der Kasten Bier. Ob beide Sozialdemokraten ihn dann auch geleert haben, ist nicht überliefert.



Alexander Gauland hatte in dieser Woche keinen Lauf. Viel Kritik hagelte es, weil der AfD-Fraktionschef bei der Rede des israelischen Staatspräsidenten im Bundestag minutenlang mit geschlossenen Augen vor sich hin döste. Dann wurde am Donnerstag seine Immunität als Abgeordneter aufgehoben – wegen möglicher Steuerhinterziehung. Den schönsten Kommentar dazu twitterte SPD-Vize Kevin Kühnert: „In Zeiten des Coronavirus natürlich doppelt blöd, wenn die Immunität aufgehoben wird.“

Endlich mal wieder Glanz in der Berliner Hütte. Zum Filmfestival „Berlinale“ Ende Februar wird auch ein Politstar kommen: Ex-US-Präsidentschaftskandidatin, Ex-Außenministerin und Ex-First-Lady Hillary Clinton. Denn auf der „Berlinale“ soll auch der Dokumentar-Film „Hillary“ präsentiert werden. Bekanntlich hat die Demokratin ein gutes Verhältnis zur Bundeskanzlerin, ob ein Treffen geplant ist, ist noch offen. „Angela“ wäre übrigens auch ein schöner Film - Untertitel: „Schicksalsjahre einer Kanzlerin“.