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Mainz/Marrakesch
Klöckner sieht Merkel mit Verzicht auf Vorsitz gestärkt

Mainz/Marrakesch. Die stellvertretende CDU-Vorsitzende Julia Klöckner hat die Entscheidung von Kanzlerin Angela Merkel für den Verzicht auf den CDU-Vorsitz als souverän bezeichnet. „Dieser Schritt stärkt sie als Bundeskanzlerin und ist einmal mehr Ausweis dafür, dass sie Verantwortung übernimmt, das große Ganze im Blick hat“, erklärte die rheinland-pfälzische CDU-Chefin gestern.

Sie schlug Regionalkonferenzen vor, in denen sich die Kandidaten auf den Parteivorsitz den Mitgliedern vorstellen. Die Bundeslandwirtschaftsministerin nimmt derzeit in Marrakesch an einer Konferenz teil.

Der CDU-Fraktionschef im rheinland-pfälzischen Landtag, Christian Baldauf, nannte die Entscheidung Merkels nach den Verlusten der Union bei den Landtagswahl in Bayern und Hessen richtig. „Mit dem bisherigen Personal punkten wir nicht mehr“, sagte er gestern dem privaten Radiosender RPR1. Baldauf legte auch CSU-Chef Horst Seehofer indirekt nahe, über seine Zukunft als Parteivorsitzender zu entscheiden. „Ich würde mir jetzt wünschen, dass auch Horst Seehofer nachdenkt, und bin gespannt, wie sich die SPD und Frau Nahles verhalten“, sagte Baldauf dem Sender weiter.

CDU-Landtagsfraktionsvize Adolf Weiland schlug in der „Rhein-Zeitung“ eine Kombination aus Mitgliederbefragung und Entscheidung beim Parteitag über den künftigen Parteivorsitz vor. Weilend hält auch die rheinland-pfälzischen CDU-Landesvorsitzende Klöckner auch für eine denkbare Kandidatin für die Merkel-Nachfolge an der Parteispitze.



(dpa)