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Weinwanderung in Wörschweiler
Kleine Köstlichkeiten bei jedem Halt

Die erste kulinarische Wanderung des Fördervereins der Klosteranlage in Wörschweiler kam bei den Teilnehmern gut an.
Die erste kulinarische Wanderung des Fördervereins der Klosteranlage in Wörschweiler kam bei den Teilnehmern gut an. FOTO: Foto: Cordula von Waldow
Wörschweiler. Wandern und Genuss standen bei der ersten Bier- und Weinwanderung auf dem Programm. Von Cordula von Waldow

„Das Bier ist aber lecker. So frisch und zitronig“, stellte Thomas Ambos überrascht fest. Auf der ersten Bier- und Weinwanderung am Wochenende zur Klosterruine Wörschweiler hatten der Familienvater und seine Mitwanderer an der ersten Raststation unterhalb der Kapelle Gutenbrunn, beim Wörschweiler Klosterbräu, Halt gemacht, um das Getränk zu probieren. „Das ist unser Weißer Mönch, den brauen wir im Hotel Stadt Homburg“, berichtete Gastronom Joachim Jann.

Die drei befreundeten Ehepaare und ihre Kinder gehen häufig wandern. „Hier waren wir noch nie. Dabei liegt das Gute so nah“, freut sich Volker Metz darauf, auch die Heimat einmal wieder neu zu entdecken. Deshalb nahm er das Angebot des Fördervereins der Klosterruine Wörschweiler gern an. Die Mischung aus Wandern und Rasten ist nicht nur angesichts der teilnehmenden Kinder zwischen einem und 13 Jahren der perfekte Rhythmus. Frohen Mutes strebte die kleine Gruppe, begleitet von zwei Hunden, dem ersten steilen Aufstieg entgegen. „Da ist ein roter Pfeil. Die Strecke ist super ausgeschildert“, lobte der 13-jährige Jonas begeistert. Über einen ausgespülten Sandweg durch den Wald ging es bergauf und über einen gemähten Wiesenweg wieder hinunter ins Tal.

Hier bruzzelte in einer Kehre Jürgen Kolb Wildbratwürste auf dem Grill. Das Schild „Alkoholix Cocktailbar“ und die Getränkeauswahl von Kirschbier bis Met identifizierten den Wörschweiler sofort als Beschicker von Mittelaltermärkten. „Ich interessiere mich sehr für Geschichte und gehöre dem Förderverein Kloster Wörschweiler an“, begründete er sein Engagement. Nur einen Anstieg weiter auf dem insgesamt sechs Kilometer weiten Wanderweg ging es heiter zu. Klaus Ruffing stellte seinen Reinheimer Biosphärenwein vor, von dem es nur 2000 Flaschen gibt. Jahrzehnte habe es gedauert, das kleinste der deutschen Weinbaugebiete wieder zu reaktivieren und seine Zulassung zu erreichen. Jetzt lässt er seinen fruchtigen Weißwein bei seinem Freund auf einem Weingut in Trittenheim an der Mosel vinifizieren. Der erfahrene Moderator erfreute sie stattdessen literarisch und zitierte aus seinem selbst verfassten Historienbuch mit schauspielerischem Talent von dem Besuch Goethes im Bliesgau. An der Weggabelung teilten sich die einzelnen Grüppchen oder Paare wieder auf: Wer noch Lust und Luft hatte, nahm die etwas weitere Route. Ober an der Ruine warteten die Helferinnen und Helfer des Vereins mit Gegrilltem und kühlen Getränken.



„Gleich am Morgen, so gegen halb elf, waren schon rund 60 Personen bei uns durchgekommen“, hatte Joachim Jann an der Talstation Gutenbrunn gezählt. Bis zum Spätnachmittag hatte der Verein mehr als 300 Essen zubereitet. „Die Leute waren alle begeistert“, freut sich Ortsvorsteher Reinhold Nesselberger, dessen gesamte Familie half, bis hin zu den Enkelkindern. Für das erste Mal war der Verein sehr zufrieden und heimst viel Lob ein für die Idee.