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Düsseldorf
Kleine Helfer erleichtern den Alltag

Kurz nicht aufgepasst, schon brennt der Topf lichterloh. Damit das nicht passiert, gibt es Überwachungssysteme, die den Herd abschalten.
Kurz nicht aufgepasst, schon brennt der Topf lichterloh. Damit das nicht passiert, gibt es Überwachungssysteme, die den Herd abschalten. FOTO: dpa-tmn / Himmen
Düsseldorf. Ob Griffe zum Festhalten oder Geräte, die Brände verhindern: Dank weniger Hilfsmittel muss auch im Alter nicht das ganze Haus umgebaut werden.

Die Hände sind nicht mehr so kräftig, das Bücken fällt zunehmend schwer und die Schulter schmerzt ob der beginnenden Arthrose. Wer solche Beschwerden hat, muss nicht sofort die ganze Wohnung umbauen. Kleine Alltagshelfer machen das Leben leichter.

„Als Erstes sollte man das Badezimmer unter die Lupe nehmen“, sagt Martina Koepp, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik. Dort sorgen zum Beispiel Griffe an der Dusche oder Wanne für besseren Halt. Es gebe auch Bürsten, die mit Saugnäpfen am Boden der Dusche haften, sodass die Füße geschrubbt werden können, ohne sich bücken zu müssen. Zweite Baustelle: die Küche. „Selbst kochen zu können, bedeutet für viele Menschen, ein Stück ihrer Würde, ihres Selbstbewusstseins, zu erhalten“, erklärt Koepp. Sind die Hände aber morgens steif, ist es quasi unmöglich, ein verschlossenes Marmeladenglas zu öffnen. „Dafür gibt es von unterschiedlichen Herstellern Hilfen zum Öffnen.“ Messer mit speziell geformten Griffen ermöglichten außerdem sicheres Schneiden, ohne die Hand abknicken zu müssen.

In der Küche spielt auch das Thema Sicherheit eine wichtige Rolle.  Auch für Angehörige ist es häufig eine große Erleichterung, wenn über dem Herd ein sogenannter Herdwächter angebracht wird. Das Gerät warnt zum Beispiel, wenn ein Topf auf dem Herd vergessen wurde. Die neueste Generation dieser Geräte gibt nicht nur ein lautes Signal ab, wenn etwas anbrennt, sie schaltet den ganzen Herd ab. Brandschutz sei generell ein wichtiges Thema für ältere Menschen, sagt Koepp. Für sie gebe es spezielle Zusatzgeräte, die neben einem akustischen auch ein optisches Signal abgeben.



Für manches kleine Problem braucht es hingegen gar kein Hilfsmittel. Christine Sowinski von Kuratorium Deutsche Altershilfe rät, sich die Wohnung einmal genau anzuschauen: Lässt sich das Schränkchen vielleicht so verschieben, dass man sich auf dem Weg in ein anderes Zimmer daran festhalten kann?

Festhalten sei überhaupt ein sehr wichtiges Thema, ergänzt Yvonne Jahn von der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung. Denn Stürze können in der Pflegebedürftigkeit münden, auch bei Menschen, die vorher recht fit waren. „Ich rate dazu, wirklich alle Stolperfallen aus dem Weg zu räumen“, sagt die Wohn­expertin. Teppichkanten könne man zum Beispiel festkleben. Außerdem lohne es sich, Haltegriffe dort anzubringen, wo man sich oft an der Wand entlang hangelt. Auch Licht spiele eine wichtige Rolle, vor allem nachts. Nachtlichter für die Steckdosen können zum Beispiel den Weg zur Toilette beleuchten.

Was der Einzelne von diesen Alltagshilfen gebrauchen kann, sei individuell herauszufinden. Hilfe bekommen Interessierte zum Beispiel bei Wohnberatungsstellen.

(dpa)