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Kerwe in Reifenberg
Bären, Mücken, bunte Bändchen

Die Reifenberger Kerb lebt: Am Wochenende setzten zwei Straußmädels zusammen mit sechs Straußbuben die alte Tradition fort.
Die Reifenberger Kerb lebt: Am Wochenende setzten zwei Straußmädels zusammen mit sechs Straußbuben die alte Tradition fort. FOTO: Norbert Schwarz
Reifenberg. Auch in Reifenberg wurde am Wochenende die Kerwe gefeiert. Von Norbert Schwarz

Wer sagt es denn, auf die Jugend ist doch Verlass. Allen Unkenrufen zum Trotz gab es diesmal in Reifenberg ein spürbares Kerweflair. Die Straußmädels Alina Hüther und Elena Neff mit sechs weiteren Straußbuben zeichneten dafür verantwortlich. Sie gaben sich nicht nur mit dem Schmücken eines besonders stattlichen Kerwestraußes (dieser hatte immerhin 11 000 bunte Bändchen) unwahrscheinlich viel Mühe. Die Kerwerede am Sonntag beim Sportheim vor zahlreichen Besuchern hielt ebenfalls das, was man sich von einer zündenden Kerwerede verspricht.

Auch das Outfit der Straußmädels und Straußbuben war äußerst gelungen. Die runden Strohheute waren beim spätsommerlichen Wetter angebracht, die weißen Hemden schmuck und der Aufdruck auf der Hemdrückseite einfach originell. Dort nämlich war ein fröhliches Bärentier auszumachen, welches sich mit einem „Reifen“ umgab. In der Mundartsprache als ein „Reifenbaerjer“. Dass das Wiederbeleben des Kerwebrauchs alles andere als einfach gewesen ist, wollten die Rednerinnen Neff und Hüther keineswegs verheimlichen. Doch, die Bemühungen hätten sich gelohnt.

Die Kerwerede am Sonntag darf getrost als weiterer Beweis gewertet werden und vielleicht bleibt der diesjährige Rummel keine Eintagsfliege. Apropos Fliege, das ist doch ein ganz pikanter Anfang in der mit vielen Neuigkeiten angesammelten Rede. Denn da durften die beiden daran erinnern, dass der tausendfache Fliegenschwarm im dörflichen Gotteshaus der Gemeinde zu Weltruf verhalf. „Dausende Migge waren von unserer Kerb ganz gebannt, unn hann se zu ihrer Residenz ernannt unn Reifebaerch als Miggedorf weltweit bekannt gemacht…“ Gefeiert wurde nochmals zünftig und mit großer Ausdauer im Sportheim. Bleibt zu hoffen, dass das nicht die letzte zünftige Kerwe gewesen ist.