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Nach vier Jahren
Die Hengstbacher Kerwe ist wieder da

Viele Dorfbewohner lauschten der Kerwerede.
Viele Dorfbewohner lauschten der Kerwerede. FOTO: Norbert Schwarz
Mit einer pointierten Kerwerede hat Hengstbach am Wochenende gefeiert. Von Norbert Schwarz

Wie Phönix aus der Asche ist sie wiedererstanden, die Kerwe in Hengstbach. Vier Jahre hatte die Durststrecke gedauert. Doch jetzt feierten Jung und Alt das dörfliche Ereignis beim Dorfgemeinschaftshaus. Nahtlos wussten die 23 Straußmädels und Straußbuben um das Rednerduo Alena Resch und Marvin Kennel zusammen mit der großen Helferschar des Gemischten Chores an die Hochfeste der Vorjahren anzuknüpfen.

Eine Bilderbuchkerwe feierten die Hengstbacher gemeinsam mit vielen Gästen, und als am Sonntag Alena Resch und Marvin Kennel wie immer aus hoher Warte beim Dorfgemeinschaftshaus die Rede lasen, kamen die vielen Zuhörer unter dem alten Nussbaum kaum mehr aus dem Lachen heraus. Das dörfliche Geschehen der vergangenen Monate ließen die beiden noch einmal Revue passieren und brachten viele Begebenheiten humorvoll allen nochmals in Erinnerung. Die Abendwanderung des Obst- und Gartenbauvereins war dabei ebenso Thema wie das Aufstellen des Weihnachtsbaumes an zentraler Stelle im Dorf. Und das beim Aufstellen passierte Missgeschick sorgte erneut für viel Gelächter, denn die Moral von der Weihnachtsbaum-Aufstellgeschichte: Mit einem Schlepper sollte man keine Baumspitze ausrichten.

Die Adventure-Tour der Alt-Straußbuben im nahen Österreich verfehlte seine Wirkung bei den Zuhörern ebenfalls nicht. Großartig fanden die Straußmädels und Straußbuben auch, dass die Stadt jetzt beim Kinderspielplatz im Vorort endlich mal „in die Pödde gekommen“ sei und endlich den Kinderspielplatz gebaut habe. „Die Schlipsträger hann lang driwwer no gedacht, wo so e Kinneerspielplatz am meischde Sinn macht. Des Neibaugebiet is umgebe von Feld, Wald und Wiese, dann baue se ne an die Hauptstroß, ich krie die Krise. Un ich han etliche Planungsfehler deshalb gefun. Im Sommer scheint dort 18 Stunn die Sun, im Winter isses vereist, im Friejohr wersche nass, ach Gott han die Eltern do ihr Spaß. Im Sommer fehlt de Schatteplatz, de Babbe freit sich schun iwwer de Sunnebrand uf de Glatz. Unn wenn im Herbschd dann die Winde wehn, kann man zum Schutz nirgends in Deckung gehn“. Trinkkraft statt Windkraft lautete das diesjährige Kerwemotto und natürlich wurde auch der Erfolg aller Bemühungen um den Naturerhalt in Hengstbach gebührend bei der Kerb gefeiert.



Dass die Wiederbelebungsversuche des alten Brauchtums derart erfolgreich verliefen, lobte Ortsvorsteher Kurt Dettweiler über alle Maßen. Der Einsatz der vielen Helfer um den Vorsitzenden Winfried Schwarz vom Gemischten Chor Hengstbach als Organisator der Kerwe zeige, dass die Dorfgemeinschaft bestens funktioniere.