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Feier in Krähenberg
Kerbebaum mit Kettensäge zu Leibe gerückt

Mehr als 100 Besucher kamen auch dieses Jahr, um der Kerberede von Dominik Deller mit den vielen Neuigkeiten zu lauschen.
Mehr als 100 Besucher kamen auch dieses Jahr, um der Kerberede von Dominik Deller mit den vielen Neuigkeiten zu lauschen. FOTO: Norbert Schwarz
Krähenberg. Bevor in Krähenberg Kerb gefeiert wurde, musste der Baumstamm passend zugeschnitten werden. Von Norbert Schwarz

Urig, einfallsreich, humorvoll. In jedem Jahr präsentieren sich die Straußmädels und Straußbuben mit neuen Einfällen im gerade mal 156 Einwohner zählenden Ort auf der Sickingerhöhe und feiern zusammen mit Freunden und Gästen das dörfliche Hochfest – die Kerb. An diesem Wochenende war es wieder soweit und Dominik Deller mit seinem 13-köpfigen Straußbubenteam sorgten dafür, dass einmal mehr der Feierspaß grenzenlos war.

„Ihr liewe Leit vun fern und nah, die Krähberjer Kerb is widder da. Un wie soll es annersch sin, ich bin a widder im Geschehe mittendrin. Jubiläum han ich in dem Kerwejohr, Straußbu doch schun seit 10 Johr. Un weil vun denne Junge do unne hat kenner Luschd hall ich die Red mit stolzer Bruschd“. Dabei untertrieb der Dellerspross einmal mehr, denn nicht nur das Organisieren, das Schreiben und Reimen der örtlichen Ereignisse, ein Hauptanliegen von Deller, dem Dorfgemeinschaft und Brauchtumspflege sehr am Herzen liegen. Seine handwerklichen Fähigkeiten musste Deller dabei selbst am Hochfest eindrucksvoll unter Beweis stellen. Seine Kunstarbeiten mit der Kettensäge sind weithin bekannt. Doch am Sonntag musste der Mann mit dem schwarzen Zylinder auf dem Kopf nicht kunstvoll zu Werke gehen, denn der mit rund 15 000 bunten Bändern bestückte Kerbebaum wollte nicht in die Halterung beim Dorfgemeinschaftshaus trotz aller Anstrengungen passen. Da musste flugs das von Dominik Deller geliebte Kunsthandwerkszeug her und der viel zu dicke Stamm passend zugeschnitten und unter dem Beifall der zwischendurch auch lästernden Zuhörer in die Halterung gebracht. An Stoff für die 20-seitige Kerberede mangelte es dem Sprecher keineswegs. Augen und Ohren werden das gesamte Jahr über offen gehalten.

Der Zuzug von Neubürgern wird dann wie folgt kommentiert: „Es Moni hat neue Nachbarn bekommen, mir heiße den Sven mit seiner Familie herzlich willkommen. Jetzt sin die nimmi im Saarland uff de Walz, sondern bei uns in Krähberch ankomm in den scheene Pfalz.“ Die Mehrgenerationenkrabbelgruppe wurde ebenso thematisiert wie Europameisterin Christin Hussong aus Herschberg. „Un dann muss auf jeden Fall noch erwähnt werre ganz wichtig, es Christin Hussong stammt ursprünglich aus Krähberch, gell Jupp das is doch richtig. Ein Teil seiner Wurzeln aus de Eckstroß stamme, desweh kann das denne Speer soweit ramme. Mir gratulieren zu diesem grandiosen Sieg., es Christin Hussong hat Geschichte geschrieb. Drumm alles was sitze steht jetzt mo uff – mir mache heit enner druff.“