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Gartenpflege
Jetzt bekommen Hobbygärtner Arbeit

 Auch der Rasen braucht jetzt Pflege, um gut und dicht austreiben zu können.
Auch der Rasen braucht jetzt Pflege, um gut und dicht austreiben zu können. FOTO: dpa-tmn / Christin Klose
Berlin. Der heimische Garten kann ab sofort auf Vordermann gebracht werden. In vielen Bereichen gibt es etwas zu tun.

() Es wird wieder wärmer, an manchen Tagen scheint die Frühlingssonne strahlend von Himmel. Die erste Aufgaben für Hobbygärtner stehen nun an. Manche Pflanze kann jetzt gut zurückgeschnitten werden, etwa wenn sie zu groß geworden ist oder ein Schädlingsbefall droht. Vor allem bei Rosen sollte man rasch handeln, denn bei warmen Temperaturen treiben sie schnell aus, sagt Isabelle Van Groeningen, Dozentin an der Königlichen Gartenakademie in Berlin. „Gerade wenn Rosen lange nicht mehr geschnitten wurden, sollte man jetzt mutig rangehen. Dann hat man im Sommer die duftenden Blüten wieder auf Nasenhöhe.“

Auch der Buchsbaum muss jetzt geschnitten werden und zwar dringend, um den Befall mit dem Buchsbaumzünsler zu vermindern. „Da die Larven in den Spitzen überwintert haben, ist in den nächsten paar Wochen eine gute Zeit, um Buchshecken zu schneiden. Sie werden sonst bald aufwachen und sich rasant vermehren“, erklärt Van Groeningen.

„Man sollte ziemlich akribisch vorgehen und auch die kleinsten Abfälle dann aus dem Garten entfernen“, sagt die Expertin. Sie rät, den Boden um einen Buchsbaum oder links und rechts von Hecken mit einem Bettlaken oder Plastikfolien abzudecken. Darin wird das Schnittgut gesammelt und dann in den Restmüll oder in die grüne Tonne gegeben. In den gewerblichen Kompostieranlagen herrschen hohe Temperaturen, die die Schädlinge abtöten, auf dem heimischen Kompost aber nicht.



 Mit den steigenden Temperaturen braucht auch der Rasen eine Prise Aufmerksamkeit, um gut und dicht austreiben zu können. Dazu gehört das Vertikutieren, bei dem abgestorbenes oder überflüssiges Material wie Moos entfernt wird. Zurück bliebt eine ausgedünnte Rasenfläche. Diese Maßnahme ist wichtig, sonst verfilzen Flächen mit der Zeit.

„Entweder man macht das mit einer kräftigen Harke oder man leiht sich von Nachbarn oder im Baumarkt für ein paar Stunden einen Vertikutierer aus“, erklärt Isabelle Van Groeningen. „Das lohnt sich meiner Meinung nach gerade bei größeren Grundstücken, denn mit der Harke ist das Knochenarbeit. Man muss intensiv kratzen, und das mindestens von zwei verschiedenen Richtungen aus.“ Stellen, an denen Gras eingegangen ist, können nun nachgesät werden. Im Frühjahr hat der Boden noch mehr Feuchtigkeit, vom Mai an könnten sommerliche Trockenperioden dagegen das Anwachsen der Sämlinge erschweren.

Erste Frühblüher verführen im Handel zum Kauf, zumindest in Töpfe lassen sie sich gut setzen und damit Balkone und Hauseingänge verschönern. Dort sind die meist frostempfindlichen, im Gewächshaus vorgetriebenen Pflanzen auch besser vor letzter Winterkälte geschützt.

Kissenprimeln sind ein schönes Beispiel für jetzt schon blühende Pflanzen. Die Gärtnerin Ingrid Franzen aus Herten empfiehlt als Partner dazu zum Beispiel Tête-à-Tête-Narzissen, Traubenhyazinthen und Hyazinthen. „Im Frühling kann man die Farben bunt mischen, damit eine fröhliche Stimmung aufkommt“, rät sie. Auch rote oder weiße Tausendschön sowie Hornveilchen mit den Primeln kombiniere sie gerne. Auch Gehölze lassen sich gut einsetzen. In den ersten Frühlingswochen finden Hobbygärtner noch sogenannte Wurzelnackte im Handel. Sie werden nicht in einem Topf mit Erde angeboten, sondern mit offenliegenden Wurzeln. Später kommt dann fast nur noch Topfware.

Doch vieles geht in Deutschland noch nicht, auch wenn der Handel die Pflanzen schon anbietet: Von Einsetzen von Kräutern sollte man zum Beispiel noch Abstand nehmen, erklärt der Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer. Die in Gewächshäusern gezogenen Kräuter sind frostempfindlich, und in Deutschland muss man noch bis etwa Mitte Mai mit Frösten rechnen. Daher gilt als üblicher Tipp, frostempfindliches Grün bis dahin im Haus zu halten.

Auch empfindliche Gemüsepflanzen wie Tomaten und Paprika sollte man noch nicht kaufen. Hier gilt das gleiche Rat: Vor Mitte Mai sollte man sie auf dem Land nicht aussetzen. Auf den etwas wärmeren städtischen Balkonen sei das je nach Witterung allerdings auch schon Ende April bis Anfang Mai möglich, erläutert Van Groeningen. Noch ist aber Zeit, die eigenen Gemüsepflanzen auf der Fensterbank vorzuziehen, auch sie kommen dann erst ab April ins Freie. Robustere Gemüsesorten wie Salat, Spinat und Radieschen hingegen dürfen bereits jetzt direkt im Beet ausgesät werden.

 Tulpen, Narzissen und Zierlauch halten sich länger und prächtiger im Garten, wenn sie ausreichend mit Nährstoffen versorgt sind. Daher sollte man ihnen jetzt etwas Dünger geben, rät die Staudengärtnerin Svenja Schwedtke aus Bornhöved in Schleswig-Holstein. Am besten ist es, wenn sie drei bis vier Zentimeter aus der Erde herausschauen. „Auf jeden Fall aber vor der Blüte“, betont Schwedtke.

(dpa)