| 20:28 Uhr

Krise in Rom
Mehr Zeit für Regierungssuche in Italien

 Dringt auf „schnelle Entscheidungen“: Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella.
Dringt auf „schnelle Entscheidungen“: Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella. FOTO: AP / Alessandra Tarantino
Rom. Auf der Suche nach einer neuen Regierung in Italien haben die Sozialdemokraten (PD) Verhandlungen mit der Fünf-Sterne-Bewegung aufgenommen. Die beiden eigentlich zerstrittenen Parteien kamen am Freitag erstmals zu Beratungen zusammen. dpa

Staatspräsident Sergio Mattarella hatte den Parteien mehr Zeit für eine mögliche Übereinkunft über eine neue Regierung gegeben, aber „schnelle Entscheidungen“ gefordert. Eine Allianz zwischen PD und Sternen könnte den rechtspopulistischen bisherigen Innenminister und Lega-Chef Matteo Salvini in die Opposition bringen.

Die populistische Regierung zwischen Sternen und Lega war gescheitert. Kommende Woche sollen die Konsultationen beim Staatsoberhaupt in eine zweite Runde gehen. „Wir können sicher beginnen (...), miteinander zu arbeiten“, sagte PD-Chef Nicola Zingaretti zu einem Zehn-Punkte-Plan, den die Sterne vorgelegt hatten. Darin geht es etwa um eine Verfassungsreform zur Verkleinerung des Parlaments Die Sozialdemokraten fordern indes unter anderem eine Umkehr in der Flüchtlingspolitik und ein Bekenntnis zu Europa.

Die Zustimmung der Wähler für Salvini, der die Koalition sprengte und auf Neuwahlen hofft, trübt sich derweil ein. Einer Umfrage zufolge liegt sie bei 31,3 Prozent, nach 38 Prozent vor Beginn der Krise.