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Frauenfußball
In zwei Wochen herrscht Klarheit um Hrubesch

Domzale. Trainerwechsel noch vor Gruppenfinale gegen Island?

Der Abschied von Horst Hrubesch nach der Landung auf dem Frankfurter Flughafen fiel den deutschen Fußballerinnen gestern Vormittag schwer. „Es macht Riesenspaß mit Horst und seinem Team“, schwärmte Mittelfeldspielerin Lina Magull: „Es wäre auf jeden Fall sehr schön, wenn es mit ihm weitergeht.“ Vielleicht sogar bis zum „Endspiel“ ums WM-Ticket im Spätsommer auf Island?

Mit zwei 4:0-Siegen gegen Tschechien und in Slowenien hat der Interims-Bundestrainer das Team einen ersten Schritt aus der Krise und weiter Richtung WM 2019 geführt. Nach dem Abwärtstrend der Steffi-Jones-Ära sind die DFB-Frauen wieder im Aufwind und Hrubeschs Mission damit beendet. Eigentlich.

Der Europameister von 1980, der am kommenden Dienstag seinen 67. Geburtstag feiert, könnte durchaus noch länger gebraucht werden. Nämlich dann, wenn die langfristige Wunschlösung für den Posten – die Schweizer Nationaltrainerin Martina Voss-Tecklenburg – nicht schon vor dem nächsten Testspiel am 10. Juni in Kanada für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) verfügbar ist.



Ob er an der Seitenlinie weitermacht, entscheidet Hrubesch in naher Zukunft auch selbst mit. „In den nächsten 14 Tagen sind noch Gespräche zu führen. Dann wissen wir, was wir machen“, erklärte Hrubesch und betonte angesichts der Spekulationen um Voss-Tecklenburg und auch Ralf Kellermann (Sportdirektor VfL Wolfsburg Frauen): „Es könnte auch sein, dass man quer denkt und eine andere Lösung hat.“

Den Personalwechsel noch vor dem vorletzten Spiel am 1. September auf Island (Hinspiel 2:3) anzustreben, birgt durchaus Risiken. Deutschland führt die Gruppe 5 mit 15 Punkten aus sechs Spielen noch vor den Isländerinnen (13 Punkte, 5 Spiele) an. Gewinnt der Verfolger am 11. Juni gegen Slowenien, muss die DFB-Auswahl das direkte Duell gewinnen, um vor der letzten Pflichtübung bei Fußball-Zwerg Färöer (4. September) wieder die Spitze zu übernehmen. Der Modus verzeiht keine Fehler: Nur die sieben Gruppensieger lösen das Ticket für die Endrunde in Frankreich direkt. Die vier besten Zweiten kämpfen in Playoffs um den letzten Europa-Startplatz. Diese Nervenspiele im Herbst will der zweimalige Weltmeister dringend vermeiden.