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Wohntrends
Hygge ist die Basis für etwas Neues

 Der Trend zur hellen, freundlichen Einrichtung im skandinavischen Stil Hygge flaut langsam ab.
Der Trend zur hellen, freundlichen Einrichtung im skandinavischen Stil Hygge flaut langsam ab. FOTO: dpa-tmn / Franziska Gabbert
Frankfurt/Main. Wenn es nach dem Willen der Einrichtungsbranche gehen würde, benötigten wir regelmäßig neue Möbel. Doch es reicht oft schon der Austausch einzelner Elemente, um eine große Veränderung zu erzielen.

() Dezente skandinavische Gemütlichkeit war für einige Jahre ein beliebter Einrichtungsstil. Aber das „Hyggelige“ verabschiedet sich langsam. Deshalb die Wohnung komplett neu einrichten muss nicht sein. Der „Hygge“-Stil kann stattdessen die Basis für vier neue Trends bilden, die auf der Konsumgütermesse Ambiente in Frankfurt zu sehen waren.

Ein erster neuer Trend heißt Hollywood Regency. Der Stil ist, wie schon so oft zuletzt, ein Comeback eines alten Trends. Wobei dieser bislang vornehmlich in den USA zu Hause war. In den 1940er und 1950er Jahren entwickelten Inneneinrichter den Stil für Schauspieler und Produzenten Hollywoods, die ihren Reichtum stilvoll zur Schau stellen wollten. Er soll eine Prise Glamour im Alltag schaffen.

Auffällige Schwarz-Weiß-Muster treffen auf satte Farben und Spiegelflächen. Man richtet sich mit Lack, Chrom, glitzernden Details und Art-déco-Elementen ein.



„In der Reinkultur werden das nur wenige Trendsetter leben“, betont die Ambiente-Messeleiterin Nicolette Naumann. „Aber Hollywood Regency lässt sich in den Hygge-Stil gut integrieren, indem man einzelne auffällige Stücke in die aktuelle Einrichtung holt.“

Zum Beispiel kann das ein glamouröserer, schicker Samt-Sessel sein, der die bestehende Sitzgruppe im Wohnzimmer ergänzt. „Damit kann man schnell die Stimmung und den Stil in einer Wohnung verändern, ohne sich komplett auf einen Spitzentrend festzulegen“, erklärt Naumann. Hollywood Regency sei kein Hygge 2.0, keine Weiterentwicklung oder Fortführung des Trends. „Das geht ganz klar zu weit davon weg“, betont Messeleiterin Naumann.

Die Abkehr vom skandinavischen Naturstil mit viel hellem Holz, Weiß und Beige ist deutlich erkennbar.In diesem Jahr kommt einfach mehr Farbe ins Spiel. Intensives Braun, oft sogar ein starkes Rotbraun oder ein Rost-Orange sind die Grundbasis dieses Trends. „Und man sieht Blautöne. Nicht ein zartes Hellblau, sondern intensives Blau“, ergänzt Naumann. „Und intensives Grün, intensives Gelb.“

Wem die Elemente des Trends Hollywood Regency letztlich zu glamourös, gar kitschig sind, der kann allein nur mit der neuen Farbpalette sein Hygge zu Hause in einen neuen Einrichtungsstil überführen.

Auch Elemente einer weiteren Trendwelt, die auf der Messe den Namen „precise and architectural“ (etwa: Klarheit und Konstruktion) bekam, bieten sich für die Veränderung der hellen, hyggeligen Einrichtung zu Hause an. Sie bringen Industrielook und dunklere Farben hinein.Dazu braucht es im Wohnraum poliertes oder geschwärztes Holz, Stahl, Bronze, matte Oberflächen. Leder, schwere Textilien wie Cord, Tweed, Bouclé und melierte Musterungen werden hiermit kombiniert.

Der vierte neue Wohntrend geht in eine ganz andere Richtung. Er beschränkt sich vollständig auf Weißtöne und andere neutrale Nuancen. Also Off-Whites (angegrautes Weiß), Beige, Greige – das ist eine Mischung aus Grau und Beige – und maximal noch Pfirsichrosa. Da die weißen und neutralen Nuancen wenig Aufmerksamkeit beanspruchen, stehen bei den so gehaltenen Gegenständen die Form und das Material im Vordergrund.

Diesen Einrichtungsstil propagieren gerade keine geringeren Trendsetter als Kim Kardashian und ihr Mann Kanye West. Sie präsentierten kürzlich in der US-Einrichtungszeitschrift „Architectural Digest“ ihre Villa – ein minimalistischer, man mag auch sagen, fast leer gefegter Tempel in Weiß und Grau.

(dpa)