| 12:18 Uhr

Neuvorstellung: Honda CR-V
Der Weltmeister jagt den Bestseller

2018 Honda CR-V VTEC TURBO Petrol
2018 Honda CR-V VTEC TURBO Petrol
Frankfurt. Als meistverkauftes SUV weltweit soll sich die Neuauflage des Honda CR-V endlich auch in Deutschland durchsetzen. Für 2019 ist eine Hybrid-Version angekündigt. Ralf Schütze

Seit 2012 ist der CR-V laut Honda das meistverkaufte SUV der Welt. Doch in Deutschland führt der kompakte Allrounder aus Fernost bislang nur ein Schattendasein. Das soll sich jetzt mit der fünften Generation ändern, die ab 20. Oktober bei deutschen Händlern steht.

Im Frühjahr 2019 folgt erstmals in Europa eine Hybrid-Version. Bis dahin gibt es den Honda CR-V nur als 1,5-Liter-Benziner mit 173 oder 193 PS sowie Front- oder Allradantrieb. Der Diesel ist beim japanischen Bestseller völlig passé. Die Preise beginnen bei 28 490 Euro.

Mit optimierten Assistenzsystemen, mehr Komfort und auf Wunsch einer dritten Sitzreihe für sieben Sitzplätze soll sich der Honda CR-V künftig in Deutschland besser in Szene setzen als bisher. Seine Rivalen heißen unter anderem Mazda CX-5, Nissan Qashqai und Renault Kadjar.



Doch vor allem tat sich der CR-V bislang sehr schwer, aus dem Schatten des Bestsellers VW Tiguan hervorzutreten. Zu unscheinbar war offenbar sein Design, zu versteckt deshalb seine Talente. Allerdings steht Europa weiterhin nicht ganz oben auf Hondas Prioritätenliste, denn die Optik des neuen CR-V und die Tatsache, dass es keinen Diesel gibt, lassen nur einen Schluss zu: Nach wie vor schielen die Japaner in erster Linie auf die USA und ihren Heimatmarkt, wo es die fünfte Generation des Kompakt-SUVs bereits seit fast zwei Jahren gibt.

Das Fehlen des Selbstzünders wirkt trotz Diesel-Krise recht riskant, denn zuletzt hatte Honda hierzulande den CR-V immerhin zu rund einem Drittel als Diesel abgesetzt. Doch die Alternativen Benziner oder Benzin-Hybrid sollen das vollwertig ausgleichen. Den 1,5-Liter-Motor gibt es wie oben erwähnt mit 173 oder 193 PS. Die schwächere Variante ist wahlweise mit Handschaltung oder stufenloser CVT-Automatik (2700 Euro Aufpreis) sowie entweder mit Front- oder mit Allradantrieb erhältlich. Die Top-Motorisierung ist nur mit CVT-Getriebe und Allrad zu haben. Der Normverbrauch liegt laut Honda zwischen 6,3 (173 PS, Frontantrieb, Handschaltung) und 7,1 Litern Super (193 PS, Allrad, Automatik).

Diese Werte unterbietet die künftige Hybridversion deutlich. Ihr Preis steht noch nicht fest. Im Idealfall begnügt sich diese mit nur 5,6 Litern auf 100 Kilometer. Ihr Antrieb setzt sich aus einem 2,0-Liter-Benziner mit 145 PS sowie einem Elektromotor mit 184 PS zusammen, die in drei Fahrmodi intelligent gesteuert werden: je nach Anforderung rein elektrisch, kombiniert oder nur mit Benzinantrieb.

Das System-Drehmoment fällt mit 315 Newtonmetern sehr üppig aus und sollte für Kraft in allen Lebenslagen sorgen. Die Einstiegs-Motorisierung mit 173-PS-Benziner begnügt sich zwar mit 220 Nm, jedoch entsteht diese Schubkraft schon bei sehr niedrigen 1900 U/min, was ebenfalls hohen Antriebkomfort garantiert.

Mit 4,61 Metern Außenlänge gehört der Honda CR-V zwar zu den etwas größeren Kompakt-SUVs, trotzdem bietet er nicht allzu viel Spielraum für die optionale dritte Sitzreihe. Die Plätze sechs und sieben ganz hinten sind von daher in erster Linie für Kinder geeignet, steigern aber dennoch die bei SUVs so wichtige Vielseitigkeit im Alltag. Als Fünfsitzer glänzt der Japaner mit reichlich Platz im Fond und großzügigem Kofferraum: 561 bis maximal 1756 Liter sowie 649 Kilogramm Zuladung sind sehr gute Werte und machen das Leben leicht beim Familienurlaub mit bis zu fünf Personen und Gepäck.

Hilfreich ist auch die recht niedrige Ladekante. Die hinteren Türen öffnen sich ungewöhnlich weit, fast bis zum 90-Grad-Winkel. All das erleichtert nicht nur die Fernreise, sondern vor allem die Nutzung im Alltag. Materialien und Verarbeitung wirken im gesamten Innenraum des CR-V ausgesprochen solide.

Die Assistenzsysteme hat Honda in seinem Kompakt-Allrounder auf den neuesten Stand gebracht. Toter-Winkel-, Auspark- und Notbrems-Assistent gehören unter anderem dazu. Schon ab der zweiten Ausstattungsstufe „Elegance“ (ab 31 200 Euro) sind Einbindung des Smartphones per Apple Carplay und Android Auto, ein Navigationssystem sowie eine Rückfahrkamera serienmäßig. Die Basis-Ausstattung „Comfort“ glänzt ab Werk bereits mit Klimaautomatik, Alufelgen und LED-Scheinwerfern.

Die fünfte Generation des Honda CR-V geht also gut gerüstet in den Kampf gegen die harte Konkurrenz im Segment der kompakten SUVs. Ob’s reicht, um den Weltbestseller künftig auch in Deutschland populärer zu machen, wird man sehen.

2018 Honda CR-V VTEC TURBO Petrol
2018 Honda CR-V VTEC TURBO Petrol