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Handball-EM in Kroatien
Handballer hoffen auf die Hintertür

Varazdin. Das EM-Halbfinale ist noch möglich. Der Berliner Paul Drux wird aber nicht mehr helfen können.

Nach dem ernüchternden Ende des EM-Krimis gegen Dänemark gab es für die deutschen Handballer doch noch Anlass zur Hoffnung. Der klare Erfolg der Spanier im Duell mit Mazedonien (31:20) lässt der deutschen Auswahl trotz der 25:26-Pleite gegen den Olympiasieger noch eine Hintertür ins Halbfinale offen. Allerwichtigste Voraussetzung: In der Neuauflage des EM-Endspiels von 2016 muss morgen Abend (20.30 Uhr/ZDF) ein Sieg gegen Spanien her.

Doch das alleine reicht nicht, um wie erhofft in die Runde der besten Vier einzuziehen. Denn die Mazedonier dürfen zugleich aus ihren abschließenden beiden Gruppenspielen gegen Tschechien und Dänemark nicht vier Punkte holen. Und selbst dann gibt es noch Unwägbarkeiten. Gewinnt Spanien nämlich heute gegen Slowenien nicht, würde dies die Konstellation vor dem Gruppenfinale noch einmal grundlegend verändern. Dann würde Deutschland selbst bei einem Erfolg gegen die Iberer aus dem Medaillenrennen ausscheiden, wenn Mazedonien aus den Spielen gegen Tschechien und Dänemark nur drei Punkte holt.

„Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das haben wir uns leider selbst zuzuschreiben“, sagte Bundestrainer Christian Prokop gestern. Dennoch regiert im deutschen Lager das Prinzip Hoffnung. „Wenn wir unser eigenes kleines Endspiel ums Halbfinale bekommen, bin ich optimistisch, dass wir das schaffen“, sagte der konstant starke Torwart Andreas Wolff.



Dabei wird Paul Drux nicht mehr helfen können. Er hat sich gegen Dänemark einen Meniskusriss zugezogen. Dies ergab eine MRT-Untersuchung in Zagreb, von wo aus der Rückraumspieler des Bundesliga-Zweiten Füchse Berlin gestern bereits die Heimreise antrat. Drux soll noch in dieser Woche operiert werden und wird voraussichtlich drei Monate ausfallen.

„Das ist ein schwerer Schlag für Paul, die Nationalmannschaft und die Füchse Berlin“, sagte Axel Kromer, Sport-Vorstand des Deutschen Handball-Bundes. Für Drux wird wahrscheinlich der Leipziger Maximilian Janke, den Prokop am vergangenen Samstag für Rune Dahmke aussortiert hatte, in den 16-köpfigen EM-Kader zurückkehren. Die endgültige Entscheidung darüber muss Prokop bis Mittwochmorgen (9 Uhr) fällen.