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Handball-Oberliga
Harzverbot bereitet Löwen Kopfzerbrechen

Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Mundenheim will SV-Trainer Stefan Bullacher (vorne) jetzt in Saulheim nachlegen.
Nach dem überzeugenden Auftritt gegen Mundenheim will SV-Trainer Stefan Bullacher (vorne) jetzt in Saulheim nachlegen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier
Zweibrücken. Die Oberliga-Handballer des SV 64 haben unter der Woche im Training die ungewohnten Bedingungen in Saulheim simuliert – mit mäßigem Erfolg. Für die SV-Frauen geht es am Sonntag nach Püttlingen. Von Roman Kuhn

Nach dem gelungenen Saisonstart durch den überzeugenden Heimsieg gegen die VTV Mundenheim reisen die Oberligahandballer des SV 64 Zweibrücken am Samstag zur heimstarken SG Saulheim. In der vergangenen Saison blieben die Rheinhessen in 14 von 15 Heimspielen unbesiegt und verloren lediglich gegen die Zweibrücker Löwen ihre weiße Weste. Vor der Runde gab es auf der Kommandobrücke der Saulheimer eine personelle Veränderung. Auf Rainer Sommer folgte der in der Westpfalz bestens bekannte Kai Christmann. Christmann war lange Jahre Trainer des TuS Dansenberg und führte den ehemaligen Zweitligisten aus den handballerischen Niederungen wieder zurück in die Oberliga.

Am ersten Spieltag verlor sein neues Team nach starker Leistung unglücklich in Illtal. Erst in den Schlussminuten wurde die Mannschaft, die mit Matthias Conrad und Christopher Klee zwei ehemalige Zweitligaspieler in ihren Reihen haben, von den Nordsaarländern noch abgefangen. Der Zweibrücker Trainer Stefan Bullacher war nach seiner Videoanalyse vom kommenden Gegner beeindruckt: „Kai hat es in kurzer Zeit geschafft die Truppe auf Vordermann zu bringen. Sie verteidigen eindrucksvoll und spielen einen dynamischen Tempohandball. Das wird sicherlich eine ganz harte Nuss, die wir da knacken müssen.“

 Kopfzerbrechen macht dem Übungsleiter aber vor allem das Haftmittelverbot in der Saulheimer Ritter-Hundt-Arena: „Handballspielen ohne Harz ist eine reine Gewohnheitssache. Es gibt viele Ligen, in denen es ein generelles Harzverbot gibt und die Jungs bieten trotzdem guten und flüssigen Handballsport an. Uns fehlt darin einfach die Übung, was den Nachteil für uns allerdings nicht wirklich kleiner macht“. Nach einer haftmittelfreien Trainingswoche war Bullacher mit dem Ergebnis auch nur sehr bedingt zufrieden und gibt die Favoritenrolle deshalb gerne an die Hausherren weiter.



Personell können die 64er bis auf den Langzeitverletzten Thomas Zellmer auf ihren kompletten Kader zurückgreifen. Anpfiff ist am Samstagabend um 19 Uhr. Ein besonderes Angebot haben sich die Verantwortlichen der Löwen für ihre Fans einfallen lassen. Für einen Unkostenbeitrag von zehn Euro können sie die Mannschaft mit dem Reisebus begleiten. Anmeldungen sind im Internet unter info@sv64.de möglich. Abfahrt ist um 16 Uhr an der Festhalle.

Die Frauen des SV 64 Zweibrücken treten am Sonntag die zweite Etappe in ihrer Auswärtsspiel-Triologie an. Nach der bitteren 22:23-Niederlage bei der HSG Marpingen-Alsweiler spielen die Löwinnen beim zweiten saarländischen Vertreter, der HSV Püttlingen. Für den Zweibrücker Trainer Rüdiger Lydorf ist diese Begegnung so etwas wie die Fahrt ins Ungewisse, weil die Püttlinger zu Saisonbeginn spielfrei waren und es gegenüber der letzten Saison einen Wechsel auf der Trainerbank gab. Neuer Coach der Saarländer ist Miodrag Jelicic, der zu Regionalligazeiten für die VTZ Saarpfalz als Spieler am Ball war.

Deshalb warnt Lydorf im Vorfeld vor allem vor den üblichen Verdächtigen für gute Leistungen im Püttlinger Dress: „Ein besonderes Augenmerk müssen wir auf Marion Müller, Karo Bittern und Lea Helle legen, ohne natürlich andere Spielerinnen außer Acht zu lassen. Mit Jessica Wagner steht eine junge sehr talentierte Torfrau zwischen den Pfosten, die vom Bundesligisten Bensheim-Auerbach mit einem Zweifachspielrecht ausgestattet wurde“. Personell haben die 64er vor dem Wochenende ein paar Fragezeichen, da mehrere Spielrinnen gesundheitlich angeschlagen sind. Anpfiff ist um 16 Uhr im Püttlinger Trimm-Treff.

Rüdiger Lydorf, 
Trainer der SV-Frauen.
Rüdiger Lydorf, Trainer der SV-Frauen. FOTO: maw / Martin Wittenmeier