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Fußball-Bundesliga
Hamburger SV bläst zur Aufholjagd

Hamburg. Fußball-Bundesligist spürt nach erstem Sieg seit November wieder Rückenwind.

Aufbruchsignal oder Strohfeuer – was ist der erste Sieg des Abstiegskandidaten Hamburger SV nach 15 Spielen wert? Der Tabellenvorletzte der Fußball-Bundesliga muss an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei der TSG 1899 Hoffenheim beweisen, dass er die Minimalchance auf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga ergreifen kann. Nach dem 3:2 gegen den FC Schalke 04 eine Woche zuvor haben sich bei den Hamburgern die Lebensgeister geregt. „Das gibt uns Kraft, das war wichtig für den Kopf“, sagt Stürmer Luca Waldschmidt.

Der anfänglich wegen seines Personalumbruchs gescholtene Trainer Christian Titz erhält mittlerweile auch von seinen Kritikern Lob. Was der 47-Jährige mit der Mannschaft macht, hat System. Der anerkannte Fußball-Analytiker und Sachbuchautor lässt die Profis Fußball spielen, statt Langpässe zu schlagen und auf Zufallsaktionen zu hoffen. Eine Garantie auf Genesung des Dauerpatienten HSV ist das allerdings nicht. Zumindest von der Intensivstation sind die Hamburger runter. „Es wird jetzt darum gehen, dieses Gefühl mitzunehmen und sich davon tragen zu lassen“, sagt Titz über seinen ersten Bundesliga-Sieg.

Fünf Partien dauert die Saison noch, 15 Punkte sind zu vergeben, fünf Zähler sind die Norddeutschen vom Relegationsplatz entfernt. Die Hamburger haben ihre Variante von „Wir schaffen das!“ ausgerufen. Vorbild ist Borussia Mönchengladbach, das in der Saison 2010/2011 mit vier Siegen aus den letzten sechs Spielen die Rettung via Relegation vollbrachte. „Wir wollen das Unmögliche möglich machen“, betont Mittelfeldspieler Lewis Holtby.



„Die Ausgangssituation ist die gleiche“, sagt Titz mit Blick auf die Tabelle und das Hoffenheim-Spiel. „Wenn du ran willst, musst du gewinnen.“ Allerdings sieht der Trainer nach dem ersten Sieg seit dem 26. November einen wichtigen Unterschied: „Wir können befreiter aufspielen.“ Titz wird wohl sein Siegerteam der Vorwoche aufbieten – mit Ausnahme des gesperrten Griechen Kyriakos Papadopoulos, der durch Gideon Jung ersetzt wird. Dabei ist erneut Flügel-Irrwisch Tatsuya Ito, der die Schalker schwindelig gespielt hatte. Der 1,63 Meter große Japaner bringt Unberechenbarkeit, technische Raffinesse und Torgefahr in den lange Zeit biederen Hamburger Angriff. Beim Flanken hat er allerdings noch Defizite.