| 20:03 Uhr

Arbeitsergonomie
Gymnastikball taugt nicht als Stuhlersatz

Hamburg/Köln. Statt auf einem Bürostuhl auf einem Ball zu sitzen, ist weder besonders sicher noch gut für den Rücken.

() Statt auf einem Bürostuhl auf einem Gymnastikball zu arbeiten, soll angeblich gut für die Haltung sein. Oder vielleicht doch nicht so wirklich? Aus Sicht von Ingo Froböse gibt es gleich mehrere Gründe, warum ein solcher Ball nicht als Stuhlersatz taugt. In der Zeitschrift „Good Health“ erklärt der Leiter des Instituts für Bewegungstherapie an der Deutschen Sporthochschule Köln, dass ein Gymnastikball anders als ein guter Bürostuhl nicht an Größe und Körperform des Besitzers angepasst werden könne. Doch das sei gerade beim langen Sitzen elementar wichtig.

Das ist laut Froböse aber nicht der einzige Nachteil. Der Ball garantiere auch keine bessere Haltung. Denn die Muskeln, die durch das Sitzen auf dem Ball trainiert werden sollen, können schnell überlasten. Das habe dann eher den gegenteiligen Effekt, erläutert der Hochschulprofessor. Außerdem rolle so ein Ball schnell weg, die fehlende Lehne erhöhe die Unfallgefahr zusätzlich. Besser sei es, einen höhenverstellbaren Tisch zu nutzen und zeitweise im Stehen zu arbeiten. Wer einmal pro Stunde aufsteht, sich streckt und dabei ein paar Schritte zum Drucker einlegt, kann Froböse zufolge getrost auf einen Sitzball verzichten.

(dpa)