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Berliner Einheitsdenkmal
„Einheitswippe“: Gutachten meldet neue Zweifel an

Berlin. (dpa) Der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gewünschte baldige Baubeginn für das Einheitsdenkmal vor dem Berliner Stadtschloss wird durch ein neues Gutachten wieder in Frage gestellt.

Das Landesdenkmalamt erhebt darin gegen den Bau „aus fachlicher Sicht erhebliche grundsätzliche Bedenken“, berichteten Berliner Zeitungen. Grütters’ Sprecher und einer der beiden Designer des Denkmals, Johannes Milla, widersprachen gestern den Argumenten des Gutachters.

Um das Denkmal, das an die friedliche Wende in der DDR und die Deutsche Einheit erinnern soll, wird seit 20 Jahren gestritten. Die Bedenken richten sich nun vor allem gegen die von den Designern Milla & Partner geplante Bauweise, sieben Betonpfeiler von 1,50 Meter Dicke in den sandigen Spreeufergrund zu treiben, um der begehbaren riesigen Wippe Standfestigkeit zu verleihen. Das Denkmal sei „eine wackelige Schale auf schwabbeligem Grund“, so das Gutachten. Designer Milla sagte der Nachrichtenagentur dpa, der sumpfige Baugrund sei seit Hunderten von Jahren bekannt. Deshalb würden für den festen Stand der Wippe Betonpfähle in den Grund getrieben. Das sei alles von Statikern geprüft worden, weshalb 2015 die Baugenehmigung erteilt worden sei. Der Gutachter für die Berliner Denkmalbehörde sei seit langem als Gegner des Einheitsdenkmals an dem Standort bekannt. Dieser wiederum führt ins Feld, für die erste Baugenehmigung 2015 seien die damals schon bestehenden Bedenken wegen „eines übergeordneten öffentlichen Interesses“ – dem Bundestagsbeschluss zur Errichtung des Denkmals – zurückgestellt worden. Nun seien die Bedenken größer geworden.