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Mainz
Grüne wollen landesweit „Vorfahrt fürs Fahrrad“

Mainz. Bis zum Jahr 2030 soll das Fahrrad nach dem Willen der Grünen für jeden fünften Rheinland-Pfälzer zum Hauptverkehrsmittel werden. Für dieses „ehrgeizige Ziel“ müsse eine Vielzahl von Maßnahmen umgesetzt werden, sagte Landtagsfraktionschef Bernhard Braun gestern in Mainz.

„Wir wollen Vorfahrt fürs Fahrrad.“ Braun verwies auf eine zunehmende Nachfrage aufgrund der steigenden Nutzung von E-Bikes sowie auf die existenzielle Notwendigkeit, die Klimaschutzziele zu erreichen. Ein Positionspapier der Landtagsfraktion fordert „eine Infrastruktur, die die Radnutzung insgesamt sicherer als auch insgesamt attraktiver macht“.

Der Grünen-Politiker erwähnte auch eine aktuelle Untersuchung zur Mobilität in Deutschland, wonach nur acht Prozent der Menschen in Rheinland-Pfalz das Fahrrad als Hauptverkehrsmittel angeben. Dies ist zusammen mit Sachsen der drittletzte Platz, vor Thüringen (sechs Prozent) und dem Saarland (zwei Prozent). An der Spitze liegt Bremen mit 21 Prozent, vor Niedersachsen, Berlin und Hamburg mit jeweils 15 Prozent.

In den rheinland-pfälzischen Städten sei der Anteil höher, sagte Braun, aber auch auf dem Land müsse die Fahrradnutzung zunehmen. Dafür müsse man in der Verkehrsplanung mehr die Fahrradperspektive in den Blick nehmen.



„Wir sind der Überzeugung, dass das Fahrrad bisher noch nicht die politische Lobby hat wie das Auto“, sagte die verkehrspolitische Sprecherin der Fraktion, Jutta Blatzheim-Roegler. In der Koalition werde ihre Fraktion jetzt den Ausbau von Radschnellwegen vorantreiben.

Im kommenden Jahr werde das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie für eine Pendler-Radroute Mainz-Ingelheim-Bingen erwartet, „diese Planung ist schon sehr konkret“. Als vorrangig eingestuft werden vom Mainzer Verkehrsministerium außerdem ein Korridor am Oberrhein zwischen Wörth und Worms sowie ein Korridor von Trier nach Konz. Eine „Potenzialstudie“ zu Radschnellwegen wurde bereits 2014 vorgelegt.

(dpa)