| 23:30 Uhr

Gelähmte Bahnradfahrerin
Welle der Anteilnahme für Vogel

Kristina Vogel erhält derzeit viel Zuspruch.
Kristina Vogel erhält derzeit viel Zuspruch. FOTO: dpa / Kin Cheung
Köln. Querschnittsgelähmte Bahnradfahrerin erfährt viel Zuspruch und Hilfsangebote aus aller Welt.

Am Freitag hatte Kristina Vogel ihre Querschnittslähmung öffentlich gemacht, seitdem erreicht die Bahnrad-Olympiasiegerin eine Welle der Anteilnahme und Hilfszusagen. „Mein Telefon stand seit dem Unfall nicht mehr still“, berichtete Bundestrainer Detlef Uibel. Es sei kein Tag vergangen, an dem nicht jemand aus dem Ausland anrief, um sich zu erkundigen, wie es Vogel geht, wie schlimm ihre Verletzungen sind. „Kristina wird international ohne Ausnahme unheimlich geschätzt“, fügte Uibel an.

Vogels britische Rivalin Anna Meares, Sprint-Olympiasiegerin 2012 in London, twitterte: „Schlimme Nachrichten, doch Kristinas Einstellung und Stärke werden alles überstrahlen. Meine ganze Liebe für Dich.“ Und Großbritanniens Bahnradlegende Sir Chris Hoy schrieb: „Es ist unglaublich traurig.“

Auch hierzulande bewegt der Fall der 27-Jährigen, die am 26. Juni beim Training auf der Betonpiste in Cottbus mit einem niederländischen Nachwuchsfahrer zusammengekracht war und seitdem unterhalb des siebten Brustwirbels gelähmt ist. Rudolf Scharping, Präsident des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), sagte: „Wir werden sie uneingeschränkt und mit ganzer Kraft unterstützen.“ Alfons Hörmann sprach Vogel Mut zu. „Das Team D, Sportdeutschland und wir alle stehen hinter Kristina und ihrer Familie“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Der oberste deutsche Olympier betonte die mentale Stärke der in Kirgisistan geborenen Vogel: „Ich bin voller Hoffnung und Zuversicht, dass sie die Kraft aufbringt, gemeinsam mit ihren Verwandten und Freunden und mit der großen Familie des Sports die Folgen dieses Unfalls zu bewältigen.“



Davon ist auch Detlef Uibel überzeugt: „Es ist der Wahnsinn, was sie schon wieder an Stärke, an Lebensgefühl, an Lebensfreude vermittelt. Das beweist, dass Kristina nicht nur eine Powerfrau war, sondern nach wie vor ist.“ Er werde die elfmalige Weltmeisterin, die zweimal Olympiagold sowie einmal Bronze gewann, unverändert unterstützen, würde sie auch als paralympische Athletin trainieren, wenn sie es wollte. „Kristina war für uns ein Glücksfall und das soll auch so bleiben“, sagte Uibel.

Miriam Welte, die mit Vogel 2012 Olympiagold sowie dreimal bei der WM im Teamsprint triumphiert hatte, drückte im SWR ihre Hoffnung aus: „Es tut mir für sie unendlich leid, dass sie den Sport nicht mehr ausüben kann. Ich glaube aber, dass sich für sie jetzt neue Ziele ergeben.“

Finanzielle Unterstützung wurde Kristina Vogel bereits zuteil. Durch eine von ihren Teamkollegen Max Dörnbach und Max Levy initiierten Spendenaktion kamen schnell 120 000 Euro zusammen. Geld wird Vogel benötigen, auch für den Umbau ihres Hauses. Zudem wird sie sich „ein Spezialauto und einen geilen Rollstuhl mit Carbonfelgen“ kaufen, wie sie schmunzelnd erzählte. Ihren Humor hat Vogel trotz aller Tragik nicht verloren.