| 20:22 Uhr

Handball-Bundesliga
Glandorf kann heute Handball-Geschichte schreiben

Holger Glandorf steht heute Abend im Fokus.
Holger Glandorf steht heute Abend im Fokus. FOTO: Marijan Murat / dpa
Flensburg. Weltmeister jagt Rekord für die meisten Bundesligatore.

Holger Glandorf fordert den Ball auf halbrechts, die Verteidiger stürzen auf ihn zu. Trotzdem hebt er irgendwie ab und versenkt den Ball im Tor. Seit 17 Jahren geht das jetzt so. 2261 Treffer hat der Schlaks mit der linken Klebe auf diese oder ähnliche Weise erzielt. Im Topspiel seiner SG Flensburg-Handewitt heute (19 Uhr) gegen die Füchse Berlin, seiner 476. Bundesliga-Partie, wird Glandorf wohl den Tor-Rekord von Gummersbach-Ikone Kyung-Shin Yoon brechen und zum besten Feldtorschützen der Liga-Historie aufsteigen. Yoon traf 2262 Mal aus dem Spiel heraus.

„Ich verspüre nicht mehr Aufregung als sonst“, sagt Glandorf. Die Bedeutung des Duells um Platz zwei habe Vorrang: „Wichtig ist, dass wir das Spiel gewinnen.“ Wenn er dann „nebenbei einen Rekord brechen kann, freue ich mich sicherlich darüber. Doch ohne meine Kollegen hätte ich es nie geschafft“, sagt er.

Glandorf hat die deutsche Mannschaft 2007 zum WM-Titel geworfen, die Champions League gewonnen und mit drei verschiedenen Clubs den Europacup geholt. Er ist DHB-Pokalsieger – vor allem aber ist er ein absoluter Teamplayer. Sein Vertrag in Flensburg läuft bis 2019. Dann ist der gebürtige Osnabrücker 36. Ans Aufhören denkt der zweifache Familienvater ein Jahr nach seinem letzten Länderspiel (583 Tore in 170 Partien) nicht: „Solange ich Spaß am Handball habe, möchte ich weitermachen.“ Den „ewigen“ Tor-Rekord des Südkoreaners Yoon, der inklusive Siebenmetern 2908 Bundesliga-Tore erzielte, wird Glandorf allerdings kaum noch erreichen. Dafür fehlen ihm schlichtweg die Strafwürfe. In dieser Liste liegt Glandorf (2284 Treffer) auf Platz vier – hinter Yoon, Lars Christiansen (2875 Tore) und Jochen Fraatz (2660 Tore).