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Welche Spiele mit und welche ohne Publikum stattfinden sollen
Corona macht Bundesliga zu schaffen

 Die Ticketschalter am Borussia-Park in Mönchengladbach bleiben an diesem Mittwoch trotz des Heimspiels gegen den 1. FC Köln geschlossen.
Die Ticketschalter am Borussia-Park in Mönchengladbach bleiben an diesem Mittwoch trotz des Heimspiels gegen den 1. FC Köln geschlossen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Mönchengladbach. Mehrere Bundesligaspiele werden ohne Zuschauer stattfinden, darunter auch das Revierderby an diesem Samstag. sid

Das Rhein-Derby geht als erstes „Geisterspiel“ in die Geschichte der Bundesliga ein – und es bleibt nicht das einzige: Das Coronavirus hat auch den deutschen Spitzenfußball eingeholt. Nicht nur die Nachholpartie zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln an diesem Mittwoch (18.30 Uhr/Sky) findet ohne Publikum statt. Auch das Spiel Fortuna Düsseldorf - SC Paderborn am Freitag (20.30 Uhr), das Derby am Samstag (15.30 Uhr) zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04, die Duelle 1. FC Köln - FSV Mainz 05 (Samstag, 15.30 Uhr), FC Augsburg - VfL Wolfsburg (Sonntag, 18 Uhr), die Zweitligaspiele Arminia Bielefeld - VfL Osnabrück und SpVgg Greuther Fürth - Hamburger SV (beide Freitag, 18.30 Uhr) sowie Werder Bremen - Bayer Leverkusen am Montag (20.30 Uhr) finden ohne Zuschauer statt. Das Gleiche gilt in der Champions League für das Achtelfinal-Rückspiel des FC Bayern München gegen den FC Chelsea am 18. März.

Mit der Entscheidung setze man einen für Dienstagnachmittag vom Land Nordrhein-Westfalen angekündigten Erlass des Landesgesundheitsministeriums um, teilten die Städte Mönchengladbach und Dortmund mit. „Die Gesellschaft steht über dem Sport. Fußball ist wichtig, aber es gibt viele Dinge, die viel, viel wichtiger sind. Wir müssen uns dem jetzt stellen“, sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. „Es geht hier wirklich um Leben und Tod für die Zuschauerinnen und Zuschauer“, sagte Dortmunds Oberbürgermeister Ulrich Sierau (SPD).

Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte forderte die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf, alle Spiele der Bundesliga am kommenden Wochenende zu verschieben. Die Zeit könnte dafür genutzt werden, um eine „einheitliche Linie für die nächsten Spieltage“ abzustimmen. Auch das Europa-League-Spiel des VfL Wolfsburg gegen Schachtjor Donezk am Donnerstagabend, 21 Uhr, findet ohne Zuschauer statt.



Dirk Zingler, der Präsident von Union Berlin, rechnet trotz der Gefahren durch das Coronavirus am Samstag gegen Bayern München (18.30 Uhr/Sky) mit einem ausverkauften Stadion. Das Spiel wird mit Publikum ausgetragen, teilte Union am Dienstag nach Rücksprache mit den örtlichen Behörden mit.

„Am Ende entscheidet nicht der Bund, sondern das Gesundheitsamt in den Landkreisen und Bezirken. Wenn wir alle sachlichen Gründe untersuchen, und das haben wir gemacht nach Checkliste des Robert-Koch-Instituts, gehe ich davon aus, dass kein Grund dafür besteht, das Spiel ohne Zuschauer stattfinden zu lassen“, sagte Zingler. „Herr Spahn hat ja auch nicht empfohlen, dass BMW in Berlin die Produktion einstellt. Deshalb kann er auch nicht empfehlen, dass wir unseren Betrieb einstellen“, sagte Zingler unter Bezug auf die Empfehlung des Bundesgesundheitsministers, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern abzusagen. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet forderte, die „gesamte Liga“ müsse sich auf eine „gemeinsame Linie einigen“.

Die Proficlubs treffen derweil Maßnahmen als Reaktion auf die Ausbreitung des Virus. So stoppten unter anderem der 1. FC Köln und der SC Freiburg den Ticketverkauf für alle kommenden Heimspiele, Gladbach und Schalke verzichten vorerst auch auf öffentliche Trainingseinheiten. Wenn Karteneinnahmen wegbrechen, wäre das ein Problem für viele Clubs. Die Einnahmen von Bundesliga-Clubs bewegen sich bei Heimspielen im tiefen, einstelligen Millionenbereich.

Die DFL hatte am Montag darauf hingewiesen, dass eine Aussetzung oder ein Abbruch der Meisterschaft nicht infrage komme. Kommenden Montag wollen sich dazu Vertreter aller Vereine der 1. und 2. Liga treffen.