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Triathlon
Frodeno mit Kampfansage an Lange

Frankfurt. Der entthronte Ironman-Weltmeister trifft bei der EM in Frankfurt auf seinen Nachfolger.

Jan Frodeno wechselte extra in seine deutsche Muttersprache, um seine Kampfansage unmissverständlich zu formulieren. „Ich bin wegen Patrick in Frankfurt und möchte ihn bei seinem Heimspiel schlagen“, sagte der Triathlon-Olympiasieger vom LAZ Saarbrücken mit Bestimmtheit in der Stimme, nachdem zuvor sein Rivale in englischer Sprache Rede und Antwort gestanden hatte. Ein Sieg gegen den aus Bad Wildungen in Nordhessen stammenden Weltmeister Patrick Lange bei den Ironman-Europameisterschaften an diesem Sonntag (6.30 Uhr) in der Mainmetropole wäre für den Frankfurt-Sieger von 2015 offensichtlich eine ganz besondere Genugtuung. Denn auch mit 36 Jahren ist der Wahl-Spanier ehrgeizig: „Triathlon ist ja kein Beruf, sondern eine Lebensart.“

Für den 31 Jahre alten Lange kam die verbale Attacke nicht unerwartet. Seit seinem überraschenden WM-Sieg 2017 auf der traditionsreichen Hawaii-Strecke ist er es gewohnt, von allen gejagt zu werden: „Da liegt schon ein neuer Druck auf meinen Schultern. Aber ich weiß auch, dass ich gegen starke Gegner in der Regel meine besten Rennen mache.“ Doch keine Regel ohne Ausnahme: 2017 lag Lange in Frankfurt aussichtsreich im Rennen, ehe ihn schmerzhafte Wadenkrämpfe auf der Laufstrecke bis auf den sechsten Platz zurückwarfen. Das soll sich am Wochenende nicht wiederholen. „Ich habe ansteigende Form und will dem Rennen meinen Stempel aufdrücken“, erklärte er.

Das möchte aber auch Frodeno, ungeachtet eines Trainingssturzes vor zwei Wochen. Ein Missgeschick, dass der gebürtige Kölner mit Humor nimmt: „Ich muss ja trotzdem mit dem Triathlon weitermachen, ich habe ja nichts anderes gelernt.“



Als lachender Dritter kommt beim 17. Frankfurter Ironman in erster Linie der zuletzt zweifache Vorjahreszweite Andreas Böcherer (36) in Frage. Der Freiburger will davon aber gar nichts wissen und sagt vorsichtig: „Auch als Dritter müsste man sich in diesem Teilnehmerfeld nicht schämen.“ Noch bescheidener ist Anne Haug. Bei ihrem Debüt auf der Langstrecke will die 35 Jahre alte Bayreutherin, Staffel-Weltmeisterin von 2013, einfach nur „das Ziel erreichen und den Römer sehen. Am besten aufrecht und bei Tageslicht.“