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Friedensnobelpreis für Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed
Die bessere Wahl

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Mit der Entscheidung, den Friedensnobelpreis dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed zu verleihen, ist das Osloer Komitee der Versuchung widerstanden, dem weltweiten Hype um die Klimaaktivistin Greta Thunberg zu erliegen. Von Hagen Strauss

Zum Glück. Der Beschluss entspricht viel mehr der Intention des Stifters Alfred Nobel, die Auszeichnung an jemanden zu vergeben, der in einem Jahr am meisten für Abrüstung und Frieden getan und damit „der Menschheit den größten Nutzen erbracht hat“. Abiy Ahmed hat nach nur wenigen Monaten im Amt mit großem Einsatz, auch mit persönlichem Risiko den Grenzkonflikt mit dem Nachbarn Eritrea beendet. Sein Mut zur Aussöhnung spiegelt sich auch im eigenen Land wider, in dem er einen friedlichen und demokratischen Wandel einleitete. Der Preis ist eine Ermutigung für ihn nicht nachzulassen, sondern weiter ein Vorbild zu sein.

Die Greta-Fans sollten nicht enttäuscht, sondern froh sein. Hätte die 16-Jährige den Nobelpreis bekommen, wäre die Hasswelle, die ihr auch entgegenschlägt, noch einmal größer geworden. Der renommierte Preis wäre somit mehr Belastung denn Auszeichnung für Greta gewesen.