| 20:59 Uhr

Aero-Club Pirmasens
„Bilderbuch-Flugtag“ auf der Pottschütthöhe

Viel zu bestaunen und gar zu bewundern gab es für die kleinen und großen Besucher des traditionellen zweitägigen Flugtages auf der Pottschütthöhe.
Viel zu bestaunen und gar zu bewundern gab es für die kleinen und großen Besucher des traditionellen zweitägigen Flugtages auf der Pottschütthöhe. FOTO: Norbert Schwarz
Rieschweiler-Mühlbach. Der Flugtag auf der Pottschütthöhe war für den Aero-Club Pirmasens bei bestem Flug-Wetter wieder ein großer Erfolg. Von Norbert Schwarz

Vor den Segelflughallen des Aero-Clubs Pirmasens stehen die Besucher, groß und klein, scharenweise. Um das Geschehen am blauen Spätsommerhimmel besser verfolgen zu können, werden die Hände über die Augenlieder als natürlicher Schutz gegen die Sonnenstrahlen gehalten. Der Besucherzuspruch ist riesig. Viele Hunderte sind schon am vergangenen Samstag zur Pottschütthöhe gepilgert. An beiden Veranstaltungstagen werden es dann Tausende sein, die den längst zur Tradition gewordenen Flugtag oberhalb von Rieschweiler-Mühlbach um nichts auf der Welt versäumen wollen.

Stefan Keller sprach von einem „Bilderbuch-Flugtag“, wenngleich die Wetterprognosen für Sonntag nicht die besten waren und morgens gar dunkle Wolken am Firmament auszumachen gewesen sind. Dennoch, die vielen Helfer des Pirmasenser Aeroclubs, allen voran Platzsprecher und Veranstaltungsmoderator Stefan Keller vom Aero-Club Pirmasens, zieht schon am Samstag eine positive Bilanz. „Wir haben treue Flugtagbesucher, die kommen aus ganz Deutschland zu uns, wie die geparkten Fahrzeuge beweisen“. Diese Flugsportbegeisterten pilgerten von überall her zum Rollfeld und verhehlen ihre Freude über das Erlebte und Gesehen keineswegs, selbst wenn sie dieses Jahr auf den sonst üblichen Flugbesuch der längst zur Legende gewordenen „alten Dame“, der JU-52, weithin als Tante Ju bekannt, verzichten müssen und damit auch auf einen Rundflug mit ihr über den Pfälzerwald und andere Teile der Region.

„Wir haben für diesen Flugtag ein riesengroßes Einzugsgebiet, vor allem viele Flugsportfans aus Hessen, Baden-Württemberg, die zu uns auf die Pottschütthöhe kommen, um hier hautnah das Fliegen mit historischen Flugzeugen zu erleben“, merkt der Platzsprecher mit seinem unerschöpflichen Fachwissen über ältere Flugzeuge an.



Es ist Nostalgie pur, die alle erleben und das wird deutlich, als der doppelsitzige Militärtrainer vom Typ T-28 einschwebt. Die US-Navy setzte die Maschine bis zum Ende der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts ein. Der einmotorige Flugkoloss wird von einem Belgier pilotiert und war schon oft Gast auf der Pottschütthöhe.

Er liebe die Menschen hier, das sei alles sehr familiär und zudem eine herrliche Landschaft, verrät Luc Hellings im sandfarbenen Flugoverall bei den Vorbereitungen für den nächsten Start mit anschließenden Steig-, Schräg- und Sturzflügen. Stefan Keller wird später beim Anflug zur Landung auch erklären, warum die Trojan T-28 unterm Rumpf eine durchlöcherte Landeklappe aufweist: Wirkungsvoller Bremseffekt beim Landen auf Flugzeugträgern.

Apropos Kunstflüge und Schauprogramm. Einer der Hauptakteure ist an beiden Tagen Patrick Leis mit seiner roten „Pitt S-1 E“. Den roten Doppeldecker mit dem Zusatz „Spezial“ hat der Pilot selbst gebaut. Seit etwa drei Jahren verzückt er mit seinem Kunststücken am Himmel die Zuschauer am Boden, lässt die Maschine regelrecht am Himmel tanzen. 160 PS leistet der Doppeldecker. Rauchfahnen bei Loopings, Steilflügen und solchen in die Tiefe unterstreichen die großartige Flugkunst des Piloten.

Überhaupt, das Schauprogramm der Kunstflieger, wie in jedem Jahr für Tausende ein ganz besonderes Spektakel am Himmel, kann sich auch diesmal sehen lassen. Wenn sie sich in Doppeldecker, Spezialmaschinen oder russischen Yaks in die Lüfte begeben, stockt den Zuschauern nicht selten der Atem.

Weitaus ruhiger geht es derweil in den Hallen zu, wo viele große und kleine Besucher die eigenen Flugfähigkeit an Spezialgeräten testen durften. Ums leibliche Wohl der vielen Besucher kümmerte sich auch diesmal mit viel Engagement das Personal der großen „Flugplatzküche“. Klar doch, sollte auch in diesem Jahr wieder der Anspruch, den Flugtag zu einem ganz besonderen Erlebnis werden zu lassen, für alle Besucher eintreten.

Die Bundeswehr demonstriert außerdem das Raketenabwehrsystem Roland und findet damit große Aufmerksamkeit.