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Amerikanische Kampfflugzeuge Raptor trainieren über der Region
Über der Region wird die Abschreckung geübt

Spangdahlem. Bis Mitte September trainiert eine Staffel Jagdbomber rund um Spangdahlem. Die Kampfjets gehören zu den modernsten Waffen der US Air Force. Ihre Verlegung ist Teil der „European Deterrence Initative“, soll also zur Abschreckung Russlands dienen. Von Christian Altmayer

Sie sind überschallschnell, vom Radar kaum zu erfassen, und sie sind tödlich. „Das derzeit weltbeste Jagdflugzeug“ nennt Hersteller Lockheed Martin seinen F22 Raptor. Auf Deutsch bedeutet „Raptor“ so viel wie „Greifvogel“. Und die Air Force gibt einiges für diese Vögel aus. Ein einziges Exemplar der modernen Jets kostet annähernd 189 Millionen Euro.

Jüngst hat die amerikanische Luftwaffe die Bomber für eine Übung nach Europa verlegt. Sie sollen in verschiedenen Air Bases auf dem Kontinent trainieren. Aktuell dröhnen sie noch am Himmel über der Eifel und weiteren Teilen der gesamten Region Trier. Bis Mitte September startet die F22-Staffel, die auf der Tyndall Base in Florida stationiert ist, nämlich vom Stützpunkt Spangdahlem aus. Zuvor waren die Maschinen über Polen, Italien und Norwegen in der Luft.

Der Grund für die fliegerischen Einsätze ist laut der Pressestelle des Militärflugplatzes ein „Routine-Training“ im Rahmen der sogenannten „European Deterrence Initiative, kurz EDI. Dieses Verteidigungsprogramm wurde im Jahr 2014 unter Präsident Barrack Obama als „dringende Reaktion auf die russische Aggression auf der Krim“ vom US-Senat beschlossen.



Der von Wladimir Putin regierte Staat hatte sich die Halbinsel, die zur Ukraine gehörte, gewaltsam angeeignet. Hinzukommt, dass Russland spätestens 2011 begonnen hat, Mittelstreckenraketen westlich des Uralgebirges zu stationieren.

Die USA werteten dies als Herausforderung und Gefahr für die Nato-Partner in Europa. „Die Vereinigten Staaten fühlen sich dazu verpflichtet, die Fähigkeiten der Ukraine so aufzubauen, dass sie ihre eigene Souveränität und ihre Grenzen verteidigen kann“, sagt die Sprecherin der Air Base Spangdahlem.

Das Programm EDI, das online öffentlich einsehbar ist, soll den Verbündeten also etwas Sicherheit zurückgeben. Und zum anderen soll es der Abschreckung Russlands dienen, denn nichts anderes bedeutet „Deterrence“ auf Deutsch.

Dazu sagte General Tod Wolters, Kommandant der Air Force in Europa: „Wir wollen rund um die Uhr messerscharf sein. Der Sinn und Zweck der Übung besteht darin, sicherzustellen, dass wir eine Kraft werden, die mit größerer Elastizität, Reaktionsfähigkeit und Tödlichkeit abschrecken kann.“

Konkret sieht das so aus, dass Tausende Angehörige amerikanischer Truppen, Panzer und Flugzeuge entlang der Nato-Ostflanke rotieren. So trainieren die Soldaten alle paar Monate in einer anderen Base. Der Schwerpunkt liegt dabei in Osteuropa. Das Militär unterhält Stützpunkte unter anderem in Litauen, Polen, Estland und Rumänien.

Die F22 sind ein Teil dieses Programms, werden laut Air Base aber Mitte September nach Florida zurückkehren. Eine langfristige Verlegung der Premium-Jets nach Spangdahlem sei nicht geplant, so eine Sprecherin des Stützpunktes – zumindest „zurzeit“, wie es in der Antwort auf eine Anfrage heißt.

Obwohl es sein könnte, dass die Flugzeuge wiederkommen. Immerhin ist es nicht das erste Mal, dass die Jäger über die Region rasen. Im August 2015 war die F22-Staffel zum ersten Mal zu Gast in Spangdahlem, wie die Pressestelle auf Anfrage weiter mitteilt. Und 2021 wird sie womöglich noch einmal nach Europa geschickt. Die Jets sollen dann für kurze Zeit auf die britische Base Lakenheath verlegt werden. Was die Pressestelle der Eifeler Air Base wiederum eine „ideale Gelegenheit“ nannte, „die Fähigkeit zu testen, wie wir Flugzeuge der fünften Generation in der US-Air-Force in Europa etablieren können“. Also doch etablieren? Mal abwarten.