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Erlebnistag an der Burg
Feuerzauber und klirrende Schwerter

Svenya Gebhard von den „Caledonia Flames“ sorgte mit ihrer Flammen-Choreographie als Teil der großen Feuershow der Gruppe beim Abendspektakel auf der Kirkeler Burg für stimmungsvolle Momente.
Svenya Gebhard von den „Caledonia Flames“ sorgte mit ihrer Flammen-Choreographie als Teil der großen Feuershow der Gruppe beim Abendspektakel auf der Kirkeler Burg für stimmungsvolle Momente. FOTO: Thorsten Wolf
Kirkel. Mittelalterliches Markttreiben, Gaukler, Feuerspiele und kämpfende Ritter wurden auf der Kirkeler Burg geboten. Beim Abendspektakel kamen große und kleine Besucher auf ihre Kosten und begaben sich auf eine Zeitreise. Von Thorsten Wolf

Wenn Flammen durch den Abend rauschen und sich Ritter mit großer Leidenschaft ihre Schwerter um die Helme hauen, dann hat das traditionelle Abendspektakel auf der Kirkeler Burg seine Höhepunkte erreicht, so geschehen erneut am vergangenen Samstagabend. Zeitlich genau zwischen dem Erlebnistag im Handwerkerdorf über den Samstag hinweg und der Burg­olympiade am Sonntag gelegen, hat sich das Abendspektakel mit seiner wechselvollen Geschichte wohl nun wirklich etabliert. Zwischen 120 und 140 Gäste wollten sich Ritterkämpfe, Feuershow, Tänze und Musik am Fuße des Burgturmes in diesem Jahr nicht entgehen lassen. Das ist eine gute Besucherzahl, gab es doch schon Abendspektakel in der Vergangenheit, bei denen sich die Zahl der Gäste und die der Darsteller in etwa die Waage gehalten hatten.

So herrschte bei den Veranstaltern der Gemeinde Kirkel und den Mitgliedern des Förderkreises Kirkeler Burg gute Stimmung, als es um kurz nach 18.30 Uhr mit dem Programm losging. Angekündigt  hatte sich die Formation „Spielwahn“, die über den Abend hinweg vornehmlich von der Bühne aus für die mittelalterliche Musik-Kulisse sorgte. Vor der Bühne kämpften mit Sergeant Matthias und Söldnerin Johanna zwei aus den Reihen der Mittelaltergruppe „Haus Thorun“ ihren Zwist aus. Mit dabei natürlich auch die Tänzerinnen von Shabanna Atesh. Und für die hitzigen Momente sorgten die Drachen von „Caledonia Flames“. Es gab also wieder einiges zu erleben beim Abendspektakel auf der Kirkeler Burg.

Hinter den Kulissen freute sich Alexandra Stauden, zusammen mit Heike Scherer-Dahmen am Samstagabend für die Gemeinde Kirkel vor Ort verantwortlich, über Programm und Zuschauerzuspruch. „Ich bin wirklich sehr zufrieden und sehr froh, dass der ganze Ablauf problemlos klappt. Es läuft alles super.“ Gefragt nach dem Zuspruch verdeutlichte Stauden, dass man als Veranstalter mit der Besucherzahl im Vergleich zu schwächeren Spektakeln in der Vergangenheit doch sehr zufrieden sei, „zumal heute noch WM-Spiele laufen. Da hatten wir das Schlimmste befürchtet.“



Während man sich so im Kreis der Veranstalter freute, hatte Herold Frank Meiser auf der Bühne die Aufgabe, die ganz unterschiedlichen Programmteile des Abends angemessen zu verbinden – immer wollten die Gäste ja auch angemessen unterhalten werden. Zu diesem Programm gehörte natürlich der dreimalige Auftritt der Schwert-Kämpfer. Und was soll man sagen: Die aufmüpfige Söldnerin Johanna machte es ihrem Sergeanten Matthias nicht einfach. Statt sich zu fügen und zu trainieren, ließ sich die junge Schwertkämpferin ein ums andere Mal auf einen handfesten Schlagabtausch ein – und schickte ihre wuchtigen Widersacher ein ums andere Mal auch zu Boden. In der Jetztzeit auf Johanna Summa und Matthias Kneip getauft, lieferten sich die beiden bei ihren Auftritten zünftige Wort- und Schwertgefechte. „Einen guten Schaukampf machen Abwechslung und ein gutes Thema aus“, erzählte Kneip, Trainer der Kämpfergruppe „Benjaminus“ innerhalb der Mittelaltergruppe „Haus Thorun“, nach dem zweiten von drei Auftritten. „Heute ist es für uns relativ anstrengend, weil wir nur zu zweit sind. Das ist dann schon schweißtreibend. Aber es macht Spaß.“ Und die nimmermüd-widerspenstige Johanna zu ihrer eher ungewöhnlichen Karriere als Söldnerin? „Ich war schon immer aufmüpfig. Es macht mir keinen Spaß, rumzusitzen und zu nähen. Das ist nicht meins. Ich will lieber den Männern zeigen, dass auch Frauen Schwertkampf können. Das macht mehr Spaß!“

Neben Ritterkämpfen, Musik und Tänzen sorgte natürlich vor allem auch die Feuershow für Spektakel am Abend. Hier hatten die „Caledonia Flames“ um Pete Gebhard ihren großen Auftritt. Und der lief unter einem knackigen Motto: Feuershows gepaart mit keltischem Punkrock.

Es gab also viel fürs Auge und auch einiges auf die Ohren. Zu antreibender Musik lieferten Pete Gebhard und seine Frau Svenya zusammen mit ihrem Sohn, verantwortlich für den Soundtrack, und einem weiteren Mitstreiter Flammen im Sekundentakt, mal gespuckt wie aus Drachenmund, mal getanzt in rhytmischer Choreographie. Nach so viel Treiben sollte dann Ilona Lang vom Förderkreis Kirkeler Burg zum Abschluss für die verbliebenen kleinen und kleinsten Gäste mit einer Märchenstunde dem Abend einen ruhigen und entspannenden Ausklang geben.

Sergeant Matthias und die aufmüpfige Söldnerin Johanna trugen ihren Zwist publikumswirksam aus.
Sergeant Matthias und die aufmüpfige Söldnerin Johanna trugen ihren Zwist publikumswirksam aus. FOTO: Thorsten Wolf