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FCK feiert Jubiläum
Heimkehr der Helden von 1998

Es war eine der größten Sensationen in der Geschichte der Bundesliga: Ciriaco Sforza (rechts), damaliger Kapitän des 1. FC Kaiserslautern, jubelt mit der Meisterschale. Mit ihm freut sich sein Trainer Otto Rehhagel.
Es war eine der größten Sensationen in der Geschichte der Bundesliga: Ciriaco Sforza (rechts), damaliger Kapitän des 1. FC Kaiserslautern, jubelt mit der Meisterschale. Mit ihm freut sich sein Trainer Otto Rehhagel. FOTO: dpa / Stefan Hesse
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern feiert an diesem Samstag das 20-jährige Jubiläum seines sensationellen Titelgewinns. dpa

Die Krise ist für einen Moment vergessen. Während der 1. FC Kaiserslautern nach dem Absturz in die 3. Liga einen schlimmen Fehlstart hingelegt hat, wird an diesem Samstag (15 Uhr/SWR) das 20-jährige Jubiläum des sensationellen Titelgewinns von 1998 gefeiert. Als Aufsteiger waren die Pfälzer damals deutscher Meister geworden – ein bis heute nicht wiederholtes Fußball-Wunder. Unter dem Motto „Heimkehr der Helden“ kommt die damalige Meistermannschaft mit Trainer Otto Rehhagel zu einem Benefizspiel auf dem Betzenberg zusammen.

„Ich freue mich, wenn ich die Jungs wiedersehe und alle gesund sind“, sagte Rehhagel bereits bei der Projektvorstellung im April. Die Freude beim inzwischen 80-Jährigen dürfte groß sein. Denn den Veranstaltern ist es gelungen, die gesamte Mannschaft zu vereinen. Spieler wie Ciriaco Sforza, Miroslav Kadlec, Olaf Marschall und Weltmeister Andreas Brehme dienen noch heute als Vorbilder in der Pfalz. Als Gegner im Fritz-Walter-Stadion wird die Mannschaft der „Deutschen Fußball-Legenden“, angeführt vom früheren FCK-Profi Mario Basler, auflaufen.

Dass Rehhagel 1996 nur drei Monate nach der Entlassung beim FC Bayern München beim Zweitligisten aus der Pfalz anheuerte, war die erste große Überraschung. Schließlich war der ehemalige Lauterer Spieler zu diesem Zeitpunkt bereits mit zwei deutschen Meisterschaften und drei DFB-Pokalsiegen dekoriert. Es sollten zwei Meisterschaften folgen – zunächst in der 2. Bundesliga, dann in der 1. Liga.



„Uns ist 1998 etwas gelungen, das wohl einmalig bleibt. Heutzutage gibt es ja keine Chancengleichheit mehr. Damals konnte der FCK nach dem Abstieg zum Beispiel Miroslav Kadlec halten. Der hat gespielt wie Beckenbauer, war ein exzellenter Fußballer. Heutzutage würde er 50 Millionen kosten“, erklärte Rehhagel, der auch sein simples Erfolgsrezept zum Besten gab: „Wer Meister werden will, muss die Bayern in der Hin- und auch in der Rückrunde schlagen. Das gilt noch heute. Wir haben es damals geschafft.“

Bei aller Freude über die damalige Sensation dürfte der ein oder andere Lautern-Anhänger auch mit einem weinenden Auge zurückschauen. Der Titel brachte fatale Folgen mit sich. Statt den geplanten, größenwahnsinnigen Durchbruch auf internationaler Ebene zu schaffen, entgingen die Lauterer nur knapp der Insolvenz. Und ausgerechnet im 20. Jubiläumsjahr fand der kontinuierliche Absturz des viermaligen deutschen Meisters mit dem Abstieg in die Drittklassigkeit seinen vorläufigen Tiefpunkt. Sollte der angepeilte Wiederaufstieg in Liga zwei nicht im ersten Anlauf gelingen, sieht es mit der Zukunft des Vereins düster aus. Daran ändert auch die Feier an diesem Samstag nichts.