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Trump und Nordkorea
Trump muss jetzt handeln

Womöglich bleibt das Schicksal von Otto Warmbier lange ein Rätsel. Der Version aus Pjöngjang glaubt jedenfalls keiner. Der Tod des US-Studenten erhöht den Druck auf Nordkorea. Das zynische Kalkül, mit dem das Regime Ausländer als Geiseln nimmt, um sie als Faustpfand zu benutzen, schockiert die amerikanische Öffentlichkeit.

Sie fordert, etwas dagegen zu tun – und darum würde Donald Trump am liebsten einen großen Bogen machen. Aus seiner Bewunderung für Diktatoren hat der US-Präsident nie einen Hehl gemacht. Kim Jong Un bezeichnete er einst als ein ziemlich „schlaues Kerlchen“. Doch der Fall Warmbier zwingt Trump, energischer auf die Freilassung amerikanischer Gefangener in Nordkorea zu drängen. Fatal wäre es, wenn er aus Rache so vorgehen würde wie einst George W. Bush im Irak. Es wäre ein Abenteuer mit unabsehbaren Folgen.