| 20:41 Uhr

Richtig Heizen spart Geld
So gelingt der Start in die kalte Jahreszeit

Zum Entlüften wird das Ventil an der Seite des Heizkörpers aufgedreht. Eine Schüssel darunter fängt das nachkommende Wasser auf.
Zum Entlüften wird das Ventil an der Seite des Heizkörpers aufgedreht. Eine Schüssel darunter fängt das nachkommende Wasser auf. FOTO: dpa-tmn / Kai Remmers
Berlin. Wie wird die Heizung gleichmäßig warm? Wie halte ich die Wärme im Zimmer? Diese Fragen stellen sich schon im Herbst. Von Simone Andrea Mayer (dpa)

() Nicht immer springt die Heizung nach monatelangem Stillstand in den ersten kalten Nächten problemlos an. Experten geben zum Beginn der neuen Heizsaison Antworten auf die wichtigsten Fragen zur Pflege und zum Gebrauch der Heizkörper sowie dem richtigen Lüften.

Woran erkenne ich, dass der Heizkörper entlüftet werden sollte?



Wenn das Wasser im Heizkörper gluckert. Oder wenn vor allem der obere Bereich nicht richtig warm wird. Dann befinde sich Luft in den Leitungen, die man ablassen müsse, so die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online. Dafür mit einem Vierkantschlüssel das Ventil an der Seite des Heizkörpers aufdrehen und so lange offen lassen, bis nur noch Wasser nachkommt. Dieses fängt man am besten mit einer Schüssel auf. Muss viel Wasser abgelassen werden, sollte es anschließend wieder aufgefüllt werden. Erkennbar ist ein Druckabfall am Manometer an der Anlage im Keller.

Wie fülle ich Wasser nach?

Das geht direkt an der Anlage – und am besten so, dass nicht wieder neue Luftblasen eingeschlossen werden. Daher rät die DIY Academy, den Schlauch für das Einlassventil der Heizanlage zunächst mit Wasser zu füllen. Dafür müsse der Wasserhahn nur kurz aufdreht werden. Nun erst kommt der Schlauch an das Ventil. Dann werden nacheinander der Hahn und das Ventil am Gerät geöffnet.

Welche Gründe kann es noch geben, dass der Raum nicht warm wird?

Abgesehen von einer falschen Einstellung der Heizung oder Schäden an dieser – hier sollte der Profi ran – kann das natürlich auch an Faktoren im Raum liegen. Bedecken vielleicht Vorhänge die Heizkörper? Stehen Möbel direkt davor? Beides verhindere, dass sich die erwärmte Luft im Raum verteilen könne, erläutert das Umweltbundesamt.

Ist es sinnvoll, nur ein paar Zimmer oder nur die unteren Wohnräume zu heizen und dann die Türen offen zu lassen?

Nein. In der Theorie klingt das Querheizen nach einer guten Idee, vor allem wenn es noch nicht zu kalt ist. Praktisch tun sich damit aber Probleme auf. Denn wenn man die Tür von einem gut geheizten Raum zu einer unbeheizten Fläche öffnet, zieht nicht nur Wärme hindurch, sondern auch die Luftfeuchtigkeit. An den kalten Wänden der kühleren Bereiche des Hauses kondensiere diese dann. Die Folge: Putz und Tapeten werden feucht, Schimmel bildet sich.

Wenn ich sparen will: Wie stark kann ich die Heiztemperatur ohne Probleme absenken?

Ganz grundsätzlich gelten in Küche und Wohnzimmer 20 Grad und im Badezimmer 21 Grad als Optimaltemperaturen. In der Küche, wo durch das Kochen auch Wärme erzeugt wird, reichen auch 18 Grad, im Schlafzimmer, wenn man unter dicken Decken schläft, 17 Grad. Wer seine Einstellung um ein Grad senkt, kann laut Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) sechs Prozent Energie einsparen. Wichtig sei nur, dass die Temperatur in der Wohnung nicht dauerhaft unter 16 Grad falle. Sonst drohe auch hier Schimmelbildung oder bei richtig frostigen Temperaturen sogar das Einfrieren von Rohren, so das Institut.

Wie lüfte ich am besten während der Heizsaison?

Auch wenn es draußen noch so kalt ist, muss man weiterhin lüften – sonst steigt die Luftfeuchtigkeit zu sehr an und unterstützt Schimmelbildung. Fenster lange oder gar dauerhaft in Kippstellung zu öffnen, sei ebenfalls der falsche Weg. Das kühle die Wände aus, was die Heizkosten fürs Wiederaufheizen des Raumes sowie angrenzender Zimmer in die Höhe treibe, erläutert das IWO. Die Experten raten daher dazu, mehrmals täglich kurz die Fenster komplett aufzumachen. Am besten sei hier sogar querzulüften, also kurzzeitig für Durchzug zu sorgen. Das tausche die Luft besonders schnell aus, so das IWO.

Gibt es konkrete Zeitangaben zum Lüften?

Die Beratungsgesellschaft ­Co2online rät zu drei- bis viermal pro Tag. Auch die Lüftungsdauer sei wichtig. Im noch wärmeren Oktober solle man jeweils 20 Minuten, im November zehn Minuten und von Dezember bis Februar jeweils fünf Minuten lüften, so der Tipp der Experten. Im März werden dann wieder zehn Minuten, im April 15 Minuten und im Mai 20 Minuten empfohlen. Nach dem Baden oder Duschen sollte außerdem direkt stoßgelüftet werden. Hier sei die Schimmelgefahr besonders groß.