| 00:20 Uhr

Luxemburg/Düsseldorf
EuGH stärkt Arbeitnehmern gegenüber Kirche den Rücken

Luxemburg/Düsseldorf. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat Mitarbeitern kirchlicher Einrichtungen den Rücken gestärkt. Die Glaubenslehre könne nur Kündigungsgrund sein, wenn sie direkt mit der Arbeitsstelle zusammenhänge, urteilten gestern die Luxemburger Richter (AZ: C-68/17).

Anlass war der Gerichtsfall eines katholischen Chefarztes, dem ein kirchlich getragenes Düsseldorfer Krankenhaus wegen seiner zweiten Ehe gekündigt hatte.

Dass die katholische Glaubenslehre, wonach die Ehe heilig und unauflöslich ist, mit der Arbeit eines Mediziners direkt zusammenhängt, bezweifelten die Richter.



Der evangelische Kirchenrechtler Hans-Michael Heinig sieht das verfassungsrechtlich geschützte Selbstbestimmungsrecht der Kirchen nach dem Urteil geschwächt.

(epd)