| 20:18 Uhr

Gehirnentzündung
Erster Patient mit West-Nil-Virus in Deutschland

Berlin. Erstmals ist eine durch Mücken in Deutschland übertragene West-Nil-Infektion beim Menschen nachgewiesen geworden. Mitte August erkrankte ein 70-Jähriger aus Sachsen an einer Gehirnentzündung, das Virus wurde nachgewiesen. dpa

Das teilten mehrere Institutionen, darunter das Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, am Freitag mit. Hierzulande war der Erreger bis auf den Fall eines Tierarztes in Bayern, der sich bei der Untersuchung eines Vogels ansteckte, zuvor nur in seltenen Fällen bei Reiserückkehrern nachgewiesen worden.

Der Patient sei nach einer Behandlung in Leipzig inzwischen genesen, hieß es. In der Region war der Erreger in den Monaten zuvor bei Vögeln und Pferden nachgewiesen worden. Der 70-Jährige war zuvor nicht ins Ausland gereist. „Das Risiko weiterer Fälle nimmt derzeit ab, da die Zahl der Mücken im Herbst zurückgeht“, erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. In den kommenden Sommern sei jedoch mit weiteren Infektionen zu rechnen. Für Menschen gibt es bisher keinen Impfstoff.

Die Infektion mit dem Virus, das ursprünglich aus Afrika stammt, verläuft laut Fachleuten beim Menschen in etwa 80 Prozent der Fälle ohne Symptome. Bei knapp 20 Prozent wird der Verlauf als mild beschrieben, Patienten hätten unspezifische Symptome wie Fieber oder Hautausschlag. Schwerere und tödliche Verläufe seien sehr selten und träfen in der Regel Ältere mit Vorerkrankungen.