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Köln
Ersatzflug in der Holzklasse ist Reisemangel

  Reisende müssen unbequemere Plätze als Ersatz nicht hinnehmen.
Reisende müssen unbequemere Plätze als Ersatz nicht hinnehmen. FOTO: dpa-tmn / Klaus-Dietmar Gabbert
Köln. Wer extra mehr gezahlt hat, um bequem in der Business-Klasse zum Urlaubsort zu fliegen, muss bei einem Flugausfall nicht hinnehmen, in die Economy-Klasse umgebucht zu werden.

Wer einen Langstreckenflug in der Business-Klasse bucht, möchte auch bequem fliegen. Bietet ein Reiseveranstalter nur einen Ersatzflug in der Economy-Klasse an, weil der ursprünglich gebuchte Flug ausfällt, ist das kein angemessener Ersatz. Das entschied das Landgericht Köln (Az.: 30 O 107/18), wie die Zeitschrift „Reiserecht aktuell“ (Ausgabe 4/2019) berichtet. Kunden müssen ein solches Angebot nicht annehmen, denn die gebuchte Reise ist in diesem Fall mangelhaft.

Im verhandelten Fall hatte der Kläger für sich und seine Frau eine Reise in die Dominikanische Republik gebucht. Für den Hin- und Rückflug hatte er Sitze in der Business-Klasse reserviert. Vor der Reise ging die Fluggesellschaft allerdings pleite und die geplanten Flüge fielen aus.

Der Veranstalter bot dem Kunden eine Ersatzbeförderung an: Er sollte erst nach Amsterdam fliegen, dort eine Nacht bleiben und am nächsten Tag von dort aus zu seinem Reiseziel starten. Die Sitze waren auf allen Flügen jetzt in der Economy-Klasse. Der Kunde lehnte ab und wollte Schadenersatz vom Veranstalter.



Seine Klage hatte teilweise Erfolg: Die Richter gestanden dem Kläger die Hälfte des Reisepreises als Entschädigung zu. Die Insolvenz der Fluggesellschaft falle in den Gefahrenbereich des Reiseveranstalters. In diesem Fall wurde die Reise vereitelt, weil der Vertrag nicht wie geschuldet erfüllt werden konnte.

Die Economy-Flüge seien kein gleichwertiges Angebot, urteilte das Gericht. Auch der Einwand des Veranstalters, dass Millionen anderer Reisender in dieser Klasse fliegen, hilft nach Ansicht der Richter nicht darüber hinweg, dass das Angebot nicht den gleichen Wert hat. Bei dieser Entscheidung spielte auch eine Rolle, dass der vom Urlauber gewünschte Direktflug in einen Flug mit Zwischenübernachtung umgebucht worden war.

(dpa)