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Energie
Deutsche Erdgas-Förderung schrumpft

 Mit der konventionellen Erdgasförderung geht es in Deutschland langsam dem Ende entgegen, hier eine Erdgasförderanlage bei Rotenburg.
Mit der konventionellen Erdgasförderung geht es in Deutschland langsam dem Ende entgegen, hier eine Erdgasförderanlage bei Rotenburg. FOTO: dpa / Daniel Reinhardt
Hannover. Die deutsche Erdgasförderung nimmt ständig ab. Doch das Aufbrechen von Schiefergestein – das Fracking – bleibt verboten.

  Es ist aber auch wie verhext: Die meisten Menschen dürften mit Gas ihre Wohnungen heizen, Volkswagen will Erdgas als alternativen Kraftstoff voranbringen, Gaskraftwerke sollen bei der Energiewende helfen, um Schwankungen der erneuerbaren Energie aus Wind oder Sonne auszugleichen. Aber Erdgasförderung im eigenen Land?

Da kommen Ängste ins Spiel, Berichte über Gift im Trinkwasser und auch über Krebserkrankungen in der Nähe von Förderstätten im Landkreis Rotenburg ließen die Skepsis wachsen. Vor allem der Streit über sogenanntes Fracking – dabei wird mit Quarzsand und Chemikalien vermischtes Wasser unter hohem Druck ins Gestein gepresst, um Erdgas zu gewinnen – beunruhigt die Menschen. Geht Deutschland das Erdgas aus, trotz großer Reserven?

Tatsächlich sinkt die heimische Förderung seit Jahren: 2006 holten die Unternehmen noch 20 Milliarden Kubikmeter aus dem Boden. 2015 waren es 8,6 Milliarden Kubikmeter, im vorigen Jahr dann nur noch 7,9 Milliarden Kubikmeter. Damit liege der Anteil des deutschen Erdgases bei acht Prozent – vor zehn Jahren seien es noch 20 Prozent gewesen, sagt Miriam Ahrens, Sprecherin des Bundesverbands Erdgas, Erdöl und Geoenergie (BVEG). Rein theoretisch reichten die Reserven für 30 Jahre Vollversorgung, betont Ritva Westendorf-Lahouse, Sprecherin von ExxonMobil – ein Unternehmen, das allein für etwa drei Viertel der deutschen Erdgasförderung verantwortlich ist.



Nur: Es gehe nicht ohne Schiefergas, also Fracking in sogenannten unkonventionellen Lagerstätten wie Schiefergestein, erklärt sie. Ansonsten sei Deutschland innerhalb weniger Jahre vollständig von Importen abhängig. Jedes Jahr sinke die Förderung um zehn Prozent.  Auf Fracking in Schiefergestein setzen vor allem die USA  – auch, um von Erdöl- und Erdgaslieferungen aus dem Ausland unabhängiger zu werden. Gegner befürchten allerdings eine Vergiftung des Grundwassers.

In Deutschland ist Fracking in unkonventionellen Lagerstätten jedoch verboten. Zu wissenschaftlichen Zwecken darf es Probebohrungen geben, um die Folgen für die Natur zu erkunden – aber nur, wenn die betroffenen Bundesländer zustimmen. Darin sehen Kritiker eine Hintertür, um dieses bei Umweltschützern besonders gefürchtete Verfahren doch noch zuzulassen.  Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD). allerdings betont: „Fracking in unkonventionellen Lagerstätten schließen wir aus.“

ExxonMobil-Sprecherin Westendorf-Lahouse sagt hingegen: „Wir werden weiter dafür werben, dass Deutschland die eigenen Chancen nutzt. Wir wollen die Tür nicht zuschlagen.“ Eine Investitionsentscheidung sei aber noch nicht gefallen. Hier steckt Konfliktpotenzial: „Uns ist völlig klar, dass wir das nur gemeinsam mit der Politik und den Menschen vor Ort auf die Beine stellen können. Und da müssen wir noch Überzeugungsarbeit leisten“, sagt die Sprecherin.