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Fußball-WM in Russland
England greift nach der Krone

Samara. Team ist vor Viertelfinale gegen Schweden hungrig auf ersten WM-Titel seit 1966.

Ein England, das Elfmeterschießen übersteht, kann auch Weltmeister werden! Das ist die feste Überzeugung aller Three Lions. „Hier gibt es etwas zu gewinnen, und das wollen wir bald in beiden Händen halten“, tönte Abwehrchef John Stones vor dem WM-Viertelfinale an diesem Samstag (16 Uhr/ARD) in Samara gegen Schweden.

Die feine britische Zurückhaltung, ein neues Merkmal unter Trainer Gareth Southgate nach Jahren der vor allem medialen Hochnäsigkeit, ist spätestens nach dem ersten Sieg in einem WM-Elfmeterschießen gegen Kolumbien wieder fester Entschlossenheit gewichen. Auf der Insel ist die Euphorie greifbar. Aus den Pubs dröhnt der Song „Three Lions“ mit dem berühmten Refrain „Football's Coming Home“. Doch all zu sicher sollten sich die Engländer nicht sein. Denn die Schweden sind der Favoritenschreck dieser gesamten WM-Phase, die personifizierten Spaßbremsen. In der Quali schlugen sie Frankreich und warfen die Niederlande raus, in den Playoffs dann Italien und in der Gruppenphase Weltmeister Deutschland. „Wir haben Deutschland nicht rausgeworfen. Das war Südkorea“, meinte der Leipziger Emil Forsberg nicht zu Unrecht. Dennoch holte sein Team trotz einer 1:2-Niederlage gegen das DFB-Team den Gruppensieg.

Und auch für England waren die Schweden bisher ein echter Angstgegner. „Wir haben eine ganz schlechte Bilanz gegen sie“, sagte Southgate: „Wir haben sie jahrelang immer unterschätzt.“ Von den acht Pflichtspielen bisher gewann England nur eines, von den letzten sieben Freundschaftsspielen ebenso. Doch für Schwedens Trainer Janne Andersson hat das keine Bedeutung. In Russland machen die Tre Kronor mit Teamgeist und unglaublich diszipliniertem Spiel den Gegnern das Leben schwer. „Es ist unglaublich schwierig, gegen uns zu spielen“, sagte der Hamburger Albin Ekdal: „Wir fühlen uns total sicher, egal, wie der Gegner heißt.“ Besonders motiviert dürfte Abwehrchef Andreas Granqvist sein, der in der Nacht zum Freitag zum zweiten Mal Vater wurde.



Klar ist, dass beide Fußball-Geschichte für ihr Land schreiben können. Die Engländer standen zuletzt 1990 im Halbfinale, die Schweden 1994. Ihre einzigen Final-Teilnahmen sind sogar schon 52 beziehungsweise 60 Jahre her und waren im eigenen Land. England gewann damals immerhin auch durch das Wembley-Tor gegen Deutschland.

England muss in Samara möglicherweise auf Jamie Vardy verzichten. Der Stürmer konnte gestern im Training nur das Aufwärmprogramm absolvieren (Leistenbeschwerden). Vardy ist zwar kein Stammspieler, jedoch erster Ersatz für Torjäger Harry Kane.