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Kommentar
Elektromobilität alleine hilft nicht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die bisherigen Versuche, der Elektromobilität in Deutschland zum Durchbruch zu verhelfen, sind kläglich gescheitert. Nicht einmal eine Kaufprämie der Bundesregierung kann die Menschen dazu bewegen, im großen Stil auf Elektrofahrzeuge umzusteigen.

Das hat handfeste Gründe. Was nutzt es, ein Elektroauto zu haben, selbst wenn man gerne einen Beitrag zum Umweltschutz leisten will, wenn nicht klar ist, wie weit die nächste erreichbare Ladestation entfernt ist. So lange die Autos zudem nicht auch auf langen Strecken zu gebrauchen sind, etwa auf Geschäftsreisen oder dem Weg in den Urlaub, bleiben Elektroautos ein Ladenhüter. Will man sie im Stadtverkehr nutzen, müssen sie ebenfalls schnell ladbar sein. Dauert das mehrere Stunden, bleibt der Nutzen aus. IG-Metall-Chef Jörg Hofmann fordert zu Recht Milliardeninvestitionen vom Staat, die ein verlässliches, dichtes Netz an Ladestationen garantieren. Das ist ein weiterer Schritt, aber auch nicht die Lösung. Umweltschutz wirkt erst, wenn die Forschung nach alternativen Antriebsformen zum Verbrennungsmotor wie etwa der Brennstoffzelle massiv beschleunigt wird. Allein mit Elektroautos lassen sich die Ziele saubere Umwelt und komfortable Mobilität nicht miteinander verbinden.