| 22:11 Uhr

Europa League
Später Eintracht-Sieg in Unterzahl

Marseille. Europa-League-Auftakt: Frankfurt siegt nach 0:1 noch mit 2:1 bei Olympique Marseille. sid

Spätes Siegtor in gespenstischer Atmosphäre: Pokalsieger Eintracht Frankfurt hat in der Fußball-Europa-League einen Auftakt nach Maß erwischt. Im Geisterspiel bei Vorjahresfinalist Olympique Marseille siegten die Hessen am gestrigen Donnerstagabend in Unterzahl mit 2:1 (0:1). Luka Jovic (89.) erzielte den späten Siegtreffer, nachdem Lucas Torro (53.) die Führung von Marseilles Lucas Ocampos (3.) ausgeglichen und Jetro Willems (59.) Gelb-Rot gesehen hatte.

Wegen Verfehlungen der OM-Fans in der letzten Saison fand die Partie vor leeren Rängen statt. Dazu hatte der zuständige Amtsbezirk ein Aufenthaltsverbot für Frankfurt-Fans im gesamten Stadtgebiet verhängt, um Zusammenstöße beider Fangruppen zu vermeiden.

In der geradezu gespenstischen Atmosphäre des sonst so stimmungsvollen Stade Velodrome startete das Spiel turbulent. Erst lenkte Ocampos eine kluge Hereingabe von Weltmeister Florian Thauvin ins lange Eck, dann verpasste auf der Gegenseite quasi im Gegenzug Willems (4.) denkbar knapp. Dazu bewahrte Eintracht-Torwart Kevin Trapp seine Mannschaft bei einem Kopfball von Valere Germain mit einer Glanzparade vor dem frühen 0:2.



In der Folge kontrollierte Marseille zunehmend das Geschehen, ohne dabei aber in der Vorwärtsbewegung allzu viel Risiko einzugehen. Frankfurt tat sich schwer. Der Saarländer Trapp musste nach einem völlig verunglückten Rückpass von Makoto Hasebe erneut in höchster Not gegen Germain (30.) retten.

Zur zweiten Hälfte ersetzte Nicolai Müller den glücklosen Mijat Gacinovic und brachte prompt Belebung ins Spiel der Gäste. Nach Müllers erstem guten Abschluss köpfte der spanische Neuzugang Torro die anschließende Ecke zum Ausgleich ins Netz. Weil kurz danach Willems nach überhartem Einsteigen gegen Dimitri Payet seinen bereits zweiten Feldverweis in der noch jungen Saison kassierte, geriet die Eintracht aber unnötig unter Druck. Die Frankfurter konzentrierten sich nun mit Erfolg aufs Verteidigen und setzten offensiv auf Konter. Kurz vor Schluss gelang Jovic aus zehn Metern dann doch noch der Siegtreffer für die Hessen.