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Raserurteil
Ein verheerendes Signal

Die Entscheidung des Bundesgerichtshofes, das Mordurteil gegen zwei Berliner Raser wieder aufzuheben, beinhaltet eine verheerende Signalwirkung: Der Staat hat mal kurz gebellt, aber dann doch nicht zugebissen. Glück für die Täter. Pech für jene, die noch Opfer werden könnten. Von Hagen Strauß

Sicher, jeder hat ein Grundrecht darauf, ausschließlich nach dem Maß seiner Schuld bestraft zu werden. Aber: Dem unbedingten Schutz der Schwächsten im Straßenverkehr haben die Richter zu wenig Bedeutung beigemessen. Denn ein Urteil darf auch immer im Lichte des Rechtsempfindens bewertet werden. Und das sagt einem in diesem Fall: Diejenigen, die auf einer der belebtesten Berliner Straßen, dem Kurfürstendamm, über mehrere Kilometer hinweg mit 170 Sachen ein Rennen veranstalten, denen muss einfach klar gewesen sein, dass sie auch Menschen umbringen können. So besoffen kann man von der PS-Stärke seines tiefergelegten Schlittens doch nicht sein, um das nicht zu wissen. Milde ist bei illegalen Autorennen nicht angebracht – schon gar nicht dann, wenn sie tödliche Folgen haben für völlig Unbeteiligte.