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Gersheim
Ein Schritt zur Versorgungssicherheit

Gersheim . Eine neue Rettungswache sorgt in Gersheim jetzt dafür, dass Patienten im Bliesgau in einem Notfall schnellstmöglich die beste Hilfe erhalten können. Von Wolfgang Degott

„Es ist ein wichtiges Projekt für die Sicherheit der Menschen der Region und den Rettungsdienst insgesamt, dafür für die Beschäftigten und Betroffenen moderne Verhältnisse anzubieten“, stellte Udo Recktenwald, St. Wendeler Landrat und Vorstandsvorsteher des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF), bei der Einweihung der neuen Rettungswache am Gersheimer Ortseingang fest. Dass die vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), Kreisverband St. Ingbert, betriebene, mit vier Mitarbeitern besetzte und seit Anfang November auch bezogene Einrichtung notwendig ist, zeigten die Einsatzzahlen. So war der Rettungswagen 2016 immerhin 800 und ein Jahr später 854 Mal angefordert worden. Die Rettungswache sei 1977 in das Standortkonzept des Rettungszweckverbandes zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung mit Rettungsdienst aufgenommen worden und ist mit einem Rettungswagen (RTW) im Dienst rund um die Uhr ausgestattet.

Im Oktober 2016 waren die ersten Bagger angerückt, gaben den Startschuss für das mit modernster Technik ausgestattete Gebäude. Es ersetzt die seit Anfang der 1990er in einem gemeindeeigenen, denkmalgeschützten Gebäude untergebrachte Wache. Bei der Realisierung habe auch die Gemeinde eine wichtige Rolle gespielt. Sie stellte dem Bauträger, die Bexbacher Rettungs Dienstlogistik- und Service GmbH (RDS), einer Tochtergesellschaft des ZRF, im Erbbaurecht 50 Jahre das Grundstück zur Verfügung.

Auf rund 1800 Quadratmetern entstanden modern ausgestattete Aufenthalts-, Umkleide- und Büroräume sowie die erforderlichen Ruheräume. Im geheizten Garagentrakt sind Lager- und Desinfektionsräume angegliedert sowie eine Hygieneschleuse für das Personal installiert. Sie wurden vom Notfallseelsorger, Pastoralreferenten Olaf Riebes vom Fachdienst für psychosoziale Notfallversorgung in der Notfallseelsorge und Krisenintervention Saarland (PSNV) gesegnet. Christian Seel, Staatssekretär im Innenministerium, sprach von einem Bau in verkehrsgünstiger Lage an der Landstraße, womit der Rettungsdienst im Bliesgau noch leistungsfähiger werde. Er stellte fest, dass Gersheim zum Netz an leistungsfähigen Rettungswachen gehöre, die gewährleisten, dass so schnell wie möglich zu den Menschen gefahren werde, die Hilfe benötigen.



Der saarpfälzische Landrat Theophil Gallo freute sich, dass entgegen des „reflexartigen Rufs zur Zentralisierung“ in die Fläche investiert worden sei. Damit werde den Menschen die notwendige Hilfe so schnell als möglich geboten. Gersheims Bürgermeister Alexander Rubeck wertete die Baumaßnahme als Aufwertung der Infrastruktur, unterstrich die unbürokratische Zusammenarbeit. „Es liegt in unserem Interesse, dass hier eine moderne Rettungswache in Betrieb geht, die die Versorgungssicherheit der Bevölkerung sicherstellt“, so das Gemeindeoberhaupt. Die Rettungswache sei ein wichtiges Standbein der Arbeit des Roten Kreuzes innerhalb des Rettungsdienstes, so der DRK-Kreisvorsitzende Günter Becker. Insgesamt befänden sich derzeit 54 hauptamtliche Mitarbeiter im Rettungsdienst, die von rund 80 Ehrenamtlichen, die im letzten Jahr 8492 Dienststunden erbracht hätten, in ihrer Organisation unterstützt werden. Mit den Rettungswachen in St. Ingbert, Blieskastel, Mandelbachtal und Gersheim stelle das DRK die rettungsdienstliche Versorgung der Menschen einer kompletten Region sicher. Er monierte aber auch, dass es im saarländischen Rettungsdienst und Krankentransport Personalprobleme gäbe, die es zu beseitigen gelte. Auch mahnte er den dringend notwendigen Ersatzneubau am Kreiskrankenhaus in St. Ingbert an, wo die „baulichen Zustände seit Jahren unhaltbar“ seien. Insgesamt investiert die RDS in Gersheim knapp über 431 000 Euro, von denen die Hälfte über Zuschüsse des Landes und des ZRF gedeckt werden. Die Restfinanzierung erfolgt über die Leistungsentgelte, die von den Krankenkassen für die Leistungen des Rettungsdienstes entrichtet werden. Innerhalb des Saarpfalz-Kreises existieren Rettungswachen noch in Bexbach, Blieskastel, Homburg, Mandelbachtal und St. Ingbert.