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Ausbildung
Ein hart umkämpfter Traumberuf

Bielefeld. Wer Bankkaufmann werden will, muss nicht nur gut mit Zahlen und Menschen umgehen können. Auch technisches Verständnis wird immer wichtiger. Dringend gesucht werden Experten für Datenschutz und IT-Sicherheit.

() Mit „Wall Street“ fing alles an. Filme wie dieser Klassiker aus dem Jahr 1987 hätten sein Interesse an der Finanzwelt geweckt, erzählt Florian Schürmann. Und alles, was mit Zahlen und Geld zu tun hat, habe ihn ohnehin schon früh interessiert. Da lag die Ausbildung zum Bankkaufmann nahe. Die absolvierte der 21-Jährige aber nicht in New York, sondern bei der Sparkasse Bielefeld.

Die Ausbildung hat er inzwischen beendet, seit Januar ist er Jungangestellter bei der Sparkasse. Und auch in die Wertpapierabteilung durfte er schon hineinschnuppern. „Aber zum alltäglichen Bankgeschäft gehört viel mehr dazu“, sagt er. Von der Eröffnung eines Girokontos über Privat- und Firmenkredite, Bausparverträge und Lebensversicherungen bis hin zu Kapitalanlagen müssen Kundenberater einen Überblick haben und schwierige Themen einfach erklären können.

„Wichtig ist Kontaktfreudigkeit und eine offene und kommunikative Art“, sagt Schürmann, der nun für 950 Kunden einer Filiale zuständig ist. Auch Neugier und Selbstständigkeit sind für Stephan Glatthor, Ausbildungsleiter bei der Sparkasse Bielefeld, wichtige Voraussetzungen. „Wir wünschen uns, dass die Auszubildenden ein großes Maß an Lernbereitschaft mitbringen.“ Das sei wichtig, weil sich das Berufsbild im Wandel befindet: Während einfache Prozesse zunehmend automatisiert werden, sind Bankkaufleute vor allem für komplexere Fragen zuständig. Auch in den Bereichen Datenschutz und IT-Sicherheit würden Experten gesucht.



Im ersten Jahr lernen die Auszubildenden zwei Filialen der Sparkasse kennen und haben Blockunterricht an der Berufsschule. Im zweiten Jahr geht es in die Fachabteilungen – beispielsweise die Kreditabteilung oder das Vorstandssekretariat. „Das absolute Highlight war, als wir mit der Berufsschule an der Börse in Frankfurt waren“, erzählt Schürmann.

Die Ausbildung ist beliebt: Bei der Sparkasse Bielefeld kommen pro Jahr etwa 300 Interessenten auf 25 Plätze. Sie bewerben sich zuerst online, dann folgen persönliche Gespräche. Gute Vorbereitung und Motivation seien dabei wichtig, sagt Glatthor. 

Während 1997 rund 18 000 neue Ausbildungsverträge für angehende Bankkaufleute abgeschlossen wurden, waren es 2016 nur noch knapp 9300. Insgesamt sinke die Zahl der Stellen im Bankenwesen und damit auch die der Ausbildungsplätze, erklärt Gabriele Jordanski vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB). Sie vermutet mehrere Gründe dahinter – unter anderem das anhaltende Niedrigzinsniveau, das zu geringeren Einnahmen führe. Die zunehmende Digitalisierung, die Zentralisierung von Tätigkeiten und die Fusion von Banken seien weitere Faktoren, so die Expertin.

Besonders gute Chancen hätten junge Leute mit Englischkenntnissen und einer Affinität für Technik. Denn natürlich ist die Digitalisierung auch für die Finanzbranche ein wichtiges Thema.

Bei der Sparkasse Bielefeld bekommen Azubis im Schnitt 1050 Euro, Jungangestellte wie Florian Schürmann knapp 2400 Euro. Er darf dank seines sehr guten Abschlusses inzwischen an einem hausinternen Assessment-Center teilnehmen, um die eigenen Stärken für die Zukunft zu finden. So könnte er sich beispielsweise Richtung Controlling oder Management orientieren. Auch ein Studium oder eine Weiterbildung zum Sparkassenfachwirt und zum Sparkassenbetriebswirt kommen infrage. 

(dpa)