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Veröffentlichungen gegen Trump
Ein gefährlicher Pfad

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Nahezu zeitgleich sind in den USA zwei journalistische Werke auf den Markt geworfen worden, die an Präsident Trump kein gutes Haar lassen. Das Buch „Angst“ vom „Washington Post“-Journalisten Bob Woodward und der anonyme Leitartikel eines angeblich führenden Beamten der Trump-Regierung in der „New York Times“. Von Friedemann Diederichs

Beide stellen Trump als irrational, impulsiv, unmoralisch und als Gefahr für die Sicherheit der Nation dar. Beiden Autoren geht es offensichtlich um maximale Publizität so kurz vor den Kongresswahlen im November. Trump gibt dabei ein dankbares Ziel ab, seine persönlichen Schwächen sind seit Amtsantritt noch deutlicher geworden. Doch beide haben einen gefährlichen Pfad beschritten. Woodward zitiert kaum direkte Zeugen. Und das Blatt aus New York erlaubt gar berufsethisch fragwürdig einem Anonymus, den Präsidenten massiv zu attackieren. Innerhalb der republikanischen Basis dürfte dieses Vorgehen zwei Vorurteile verfestigen, die auch Trump gerne formuliert: Dass es einen „Staat im Staate“ gebe, der gegen ihn arbeite. Und dass die Medien die „Feinde des Volkes“ seien. Beide Argumente könnten enorm mobilisierend sein, wenn es um die Wahlbeteiligung geht. Für Trumps Anhänger.