| 20:54 Uhr

Ausstellung in der Gustavsburg
Ein Dank für die freundliche Aufnahme

Bilder aus der Vergangenheit: Abdul Razzak Al Samman als Kunststudent an der Universität Damaskus.
Bilder aus der Vergangenheit: Abdul Razzak Al Samman als Kunststudent an der Universität Damaskus. FOTO: Gustl Altherr
Jägersburg. Der Künstler Abdul Razzak Al Samman möchte für Homburg eine „monumentale Skulptur“ erschaffen. Von red

Großen Anklang fand die Kunstausstellung mit Bildern von Abdul Razzak Al Samman, die der Kultur- und Verkehrsverein Jägersburg während der Strandfest-Tage im Saal der Gustavsburg zeigte. Bereits zur Vernissage, die vom Deutsch-Syrischen Chor unter Leitung des aus Kairo stammenden Dirigenten Osama Fathy umrahmt wurde, herrschte großer Andrang. Dabei würdigten Landrat Theophil Gallo als Schirmherr und Ortsvorsteher Jürgen Schäfer die Bilder, die meist in Öl-Pastell-, zum Teil auch in Acryl-Technik gemalt wurden.

Gallo ging auch auf das Schicksal der wegen des Krieges aus ihrer Heimat geflohenen Syrer ein. Bereits bei der Ausstellungseröffnung, aber auch an den Folgetagen, tauschten sich zahlreiche Interessierte mit dem Künstler aus, meist in Französisch; denn in dieser Sprache dozierte Professor Abdul Razzak Al Samman unter anderem an der Sorbonne in Paris. Dorthin war der Prodekan der Universität Damaskus vor rund drei Jahren eingeladen worden, nachdem in seiner Heimat der Bürgerkrieg ausgebrochen war. Es gelang ihm, zahlreiche Bilder, die noch in Syrien entstanden waren, als Paket nach Paris zu schicken.

Rund sieben Monate lebte Al Samman in Angers im Nordwesten Frankreichs, bevor ihn Freunde baten, doch nach Deutschland zu kommen. Als Kriegsflüchtling wurde er schließlich der Stadt Homburg zugewiesen. Hier lebt er seit nunmehr zwei Jahren allein in recht bescheidenen Verhältnissen, vertieft sich in seine Malerei und verschenkt immer wieder Bilder an Menschen, die ihm helfen, die Tristesse des Alltags zu meistern. Seine Frau blieb in Frankreich, eine der beiden Töchter lebt seit ihrer Hochzeit in den Niederlanden, die andere studiert Medizin in der Türkei, wohin es auch den Sohn als Pharmaziestudenten verschlagen hat.



Dem Saarpfalz-Kreis hat Abdul Razzak Al Samman ein großformatiges Bild geschenkt als Dank für die freundliche Aufnahme in der Region (wir berichteten). Der Stadt Homburg würde er gerne eine „monumentale Skulptur“ vermachen, wenn ihm dafür das Material und ein geeigneter Arbeitsraum zur Verfügung gestellt würden.

Als Professor an der Fakultät für Schöne Künste der Universität Damaskus war er für das Ressort Malerei zuständig – als Student befasste er sich aber auch mit dem Skulptieren, wie einige Fotos aus den siebziger Jahren zeigen. In Damaskus sind mehrere seiner Großplastiken aufgestellt. Seit dem Jahr 2000 ist er Mitglied der Association Internationale des Arts Plastiques bei der Unesco in Paris.

Al Samman wurde bereits mit zahlreichen internationalen Auszeichnungen geehrt, so 1985 anlässlich einer Ausstellung in Neapel mit dem Pokal der Stadt Straßburg. Ein großer Traum für ihn wäre es, in Berlin, Hamburg oder einer anderen Großstadt mit regem kulturellem Leben ausstellen zu können, wie er erzählt.