| 23:07 Uhr

Kontrolle eines ZDF-Teams
Polizei entschuldigt sich für Vorgehen bei Pegida-Demo

Der sächsische Wirtschafts­minister und 
SPD-Chef 
Martin Dulig
Der sächsische Wirtschafts­minister und SPD-Chef Martin Dulig FOTO: dpa / Monika Skolimowska
Dresden. Nach dem umstrittenen Vorgehen der sächsischen Polizei gegen ein ZDF-Fernsehteam hat der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar dem Sender zufolge Fehler eingeräumt. Er habe sich bei dem Team von „Frontal 21“ entschuldigt und zugesagt, die falsche Darstellung der Ereignisse zu überarbeiten, sagte die Redaktionsleiterin des Magazins, Ilka Brecht, am Freitag. epd/dpa

Zudem habe er bestätigt, dass die Beamten das Team am Rande der Pegida-Demonstration viel zu lange festgehalten haben. Vertreter des ZDF hatten sich am Freitagnachmittag zu einem Gespräch mit Kretzschmar getroffen.

Hintergrund des Treffens waren die Vorkommnisse bei einer Pegida-Kundgebung am Donnerstag vergangener Woche in Dresden. Ein Demonstrant – wie sich später herausstellte ein Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamtes – hatte sich massiv bei einem Kameramann beschwert, der aus seiner Sicht widerrechtlich sein Gesicht gefilmt habe. Daraus ergab sich ein Polizeieinsatz, bei dem das Team eine Dreiviertelstunde lang festgehalten wurde.

Sachsens Vize-Ministerpräsident Martin Dulig (SPD) bescheinigte seinem Koalitionspartner CDU derweil indirekt eine Mitverantwortung für den Zwischenfall. Jahrelang habe es eine Verharmlosung rechter Tendenzen in Sachsen gegeben. Nun werde man konfrontiert mit den Auswirkungen „auch der Versäumnisse der letzten Jahrzehnte“, sagte er im ARD-„Morgenmagazin“. Bis 2004 hatte die CDU den Freistaat allein regiert.



In Berlin sagte die stellvertretende Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, die Behörden in Sachsen sollten zügig Klarheit schaffen und mögliche Konsequenzen aus dem Vorfall ziehen. „Wir dürfen nicht wegschauen, wenn sich Mitarbeiter der Landes- und Sicherheitsbehörden von den Grundrechten unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft abwenden.“