| 21:04 Uhr

Blieskastel
Schöne Aufgabe, große Herausforderung

Auf dem Podium in Lautzkirchen diskutierten (von links) Heinz Schöndorf, Moderatorin Jutta Schmitt-Lang, Stefan Kolling, Thomas Schneider, Dr. Raban Baumann sowie Dr. Michael Käfer.
Auf dem Podium in Lautzkirchen diskutierten (von links) Heinz Schöndorf, Moderatorin Jutta Schmitt-Lang, Stefan Kolling, Thomas Schneider, Dr. Raban Baumann sowie Dr. Michael Käfer. FOTO: Erich Schwarz
Lautzkirchen. Medizinische Versorgung auf dem Land Thema einer CDU-Podiumsdiskussion. Von Erich Schwarz

Der Bliesgau gehört zum ländlich geprägten Raum. Wer diesen Raum attraktiver machen will und vermeiden möchte, dass Familien wegziehen, muss auch die medizinische Versorgung der Landbevölkerung im Blick haben.

Die CDU hatte deshalb zu einer Diskussionsveranstaltung in den großen Veranstaltungssaal der Bliestal Kliniken in Lautzkirchen eingeladen. Der Diskussion wohnten leider nur rund 30 Gäste bei. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Blieskasteler Landtagsabgeordneten Jutta Schmitt-Lang. Sie konnte Staatssekretär Stefan Kolling vom Sozialministerium begrüßen, ebenso Thomas Schneider, kaufmännischer Direktor der Lautzkircher Kliniken. Weiterhin diskutierten der ärztliche Direktor der psychosomatischen Abteilung der Bliestal Kliniken, Dr. Michael Käfer, der Altheimer Landarzt Dr. Raban Baumann sowie Blieskastels Seniorenbeauftragter Heinz Schöndorf.

„Viele Deutsche wollen bei Krankheit im Urlaub im Ausland sofort zurück nach Deutschland“, erinnerte der Staatssekretär daran, dass deutsche Mediziner grundsätzlich ein sehr gutes Renommee hätten. Auch sei die Versorgung auf dem Land noch einigermaßen gut gewährleistet. Allerdings gebe es eine große Anzahl von Ärzten, speziell Landärzten, die sich in den nächsten Jahren in den Ruhestand verabschiedeten. Kolling erinnerte an das saarländische Prämiensystem, wodurch in Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung finanzielle Anreize für Mediziner geschaffen würden, sich auf dem Land niederzulassen. „Und auch die Kommunen können Anreize bieten“, forderte er Kommunalpolitiker zum Handeln auf.



Thomas Schneider verwies auf vielfältige Modelle von Zusammenarbeiten seiner Klinik mit niedergelassenen Ärzten. So werde ein Teil der Arbeitszeit in der Klinik eingebracht, ein weiterer Anteil in der eigenen Praxis. Schneider könnte sich auch vorstellen, dass man den Ärztemangel durch einen Abbau von Studienbeschränkungen (Numerus clausus) abfedern könne. Der Altheimer Landarzt Dr. Raban Baumann berichtete von seinem Leben als Landarzt, wo man noch „sein eigener medizinischer Herr“ sein könne. Eine Landarztpraxis sei eine schöne Aufgabe, aber auch eine große Herausforderung: „Es gibt keine geregelten Arbeitszeiten“, so der Landmediziner. Eigentlich müsste man heutzutage für den Betrieb einer Landarztpraxis drei Mediziner haben. Heinz Schöndorf machte auch das Mobilitätsproblem große Sorgen: denn ältere Mitbürger könnten in ländlichen Räumen oft nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu den Ärzten oder Einrichtungen gelangen.