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Planegg/Hamburg
Diese Wege führen zur perfekten Passform bei Skischuhen

 Nur gut passende Skischuhe sorgen beim Skifahren für eine optimale Kraftübertragung und mehr Komfort.
Nur gut passende Skischuhe sorgen beim Skifahren für eine optimale Kraftübertragung und mehr Komfort. FOTO: dpa-tmn / Benjamin Nolte
Planegg/Hamburg. Die Passform ist bei der Ausrüstung entscheidend

 Ein Skischuh sitzt idealerweise wie eine zweite Haut. Mehr noch als die richtigen Bretter unter den Füßen entscheidet der Sitz der Stiefel, ob das Skifahren ein großer Spaß wird – oder eine große Qual.

Zwar sorgen eng anliegende Stiefel für eine optimale Kraftübertragung, spannen sie sich aber zu fest um die Füße, drückt das auf die Nerven und schnürt die Blutzufuhr ab. Schmerzen und kalte Füße sind das Ergebnis, erklärt Andreas König vom Deutschen Skiverband (DSV). „Am besten ist, wenn der Schuh sich anfühlt wie ein Hausschuh, aber formschlüssig sitzt“, sagt König. Formschlüssig bedeutet, dass die Zehen im Stehen vorne anstoßen dürfen, sich in der Skiposition aber bewegen lassen.

Die Auswahl an Skischuhen ist groß, die eingesetzten Techniken für die richtige Passform werden immer differenzierter. So haben Hersteller Innenschuhe im Angebot, die sich durch Wärme perfekt an den Fuß anpassen – ab rund 350 Euro. „Das ist die einfachste Form, einen Stiefel anzupassen“, sagt Hubert Fehr, Präsident des Ski- und Wintersportverbands Sports. Doch es gibt auch neue Entwicklungen.



Der Hersteller Head zum Beispiel hat ein System namens Liquid Fit entwickelt, bei dem im Innenschuh in eingearbeitete Taschen im Knöchel- und Fersenbereich Paraffin gespritzt wird. Außerdem gibt es die Möglichkeit den Schuh auszuschäumen. Über Schläuche wird Schaummaterial in den Innenschuh gespritzt. Anders als das Liquid-Fit-System von Head, das nur bestimmte Bereiche des Schuhs betrifft, erfasst das Ausschäumen den ganzen Innenschuh. „Es kostet mindestens 300 Euro, ist aber die Königsdisziplin des Anpassens“, sagt Fehr. Gelingt es, haben Wintersportler einen perfekt sitzenden Schuh mit der besten Kraftübertragung. Dafür brauche es allerdings Experten. Zu viel oder wenig eingespritzter Schaum könne einen Innenschuh ruinieren, sagt Fehr.

Eine weitere Option sei die Anpassung der Außenschale. Sie kann gedehnt, geweitet oder ausgefräst werden. Hersteller Fischer arbeitet etwa mit einem Vakuum-System, bei dem die Schale an den Fuß gepresst wird.

Viele Hersteller bieten laut dem Experten ein Stiefelmodell mit unterschiedlichen Breiten und Leisten an. So hat etwa Tecnica ein Modell in drei verschiedenen Passformen im Angebot. Wer besonders breite oder schmale Füße hat und nicht extra Geld in die Hand nehmen möchte, um die Schale anzupassen, findet hier laut Fehr bereits gut sitzende Außenschalen.

Worin sich die beiden Experten einig sind: Eine individuelle Einlegesohle hilft bei vielen Passformproblemen. „Der Fuß steht besser im Schuh und knickt zum Beispiel nicht nach innen“, sagt König. „Lieber spare ich fünfzig Euro an der Schale und nehme dafür eine angepasste Einlegesohle.“ Diese sorgt für einen satteren Stand im Schuh und damit mehr Feingefühl beim Steuern der Skier. Führend seien in dem Bereich die Firmen Sidas und Boot Doc, sagt Fehr. Die Anpassung sollten Profis machen. Die Fußsohle muss richtig vermessen werden, die Einlegesohle extra geformt.

Prinzipiell können Skifahrer ihre Stiefel im Internet kaufen und dann zum sogenannten Bootfitting ein Fachgeschäft aufsuchen. Die Experten raten aber vom Online-Kauf ab. König rät sich Zeit zu nehmen und sich im Laden beraten lassen.

(dpa)