| 20:48 Uhr

Kolumne
Die Zukunft der Innenstadt

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Die Parkplatzsuche in der Homburger Innenstadt ist nicht immer eine Freude. Nicht unbedingt wegen fehlender Stellplätze, sondern vielmehr wegen deren Zustand. Wer derzeit die Parkplätze auf dem Enklerplatz oder am Amtsgericht aufsucht, muss aufpassen, dass er seine Lieblingskarre nicht in überdimensional tiefe Schlaglöcher versenkt. Vor allem Erstgenannter erinnert eher an eine isländische Kraterlandschaft als an einen ordentlichen Parkplatz. Die Stadt will hier nun  Abhilfe schaffen. Von Peter Neuheisel

Apropos Enklerplatz — war da nicht was? Sollte da nicht ein großes Einkaufszentrum entstehen? Doch, und der aktuelle Stand ist der gleiche wie vor fünf Jahren. Wenn man bei Stadt und Investor nachfragt, bekommt man stereotyp die Antwort, dass der Wille, hier ein großes Shoppingcenter zu errichten, nach wie vor da ist. Allerdings bremse der Gerichtsweg, den St. Ingbert gegen das Homburger Vorhaben beschreite. Ist verständlich, so lange es da keine Klarheit gibt, wird kein Investor loslegen, weil die Banken da eher kein Geld locker machen. Aber dass es nicht so recht voran geht, dürfte auch an etwas anderem liegen, Stichwort: Online-Handel. Man sieht deutschlandweit, dass viele Filialisten kämpfen, schließen oder gar Insolvenz anmelden. Fraglich, ob da das Interesse an Homburg überhaupt noch vorhanden ist.

Gut, der Einkaufsstadt täte frisches Blut in der Tat gut. Es gibt etliche attraktive Geschäfte, die viel tun und ihre Stammkundschaft haben. Es gibt aber auch – wieder – unzählige Leerstände. Seit Jahresbeginn haben auch größere Läden geschlossen, andere haben ihr Aus bereits angekündigt  —  Nachfolge ungewiss. Dazu kommt die Konkurrenz im Umland. Da müssen sich Stadtspitze und örtlicher Handel bald mal überlegen, wohin die Reise gehen soll. Und da muss auch der Blick auf einen Ort gerichtet werden, auf dem ebenfalls seit Jahren Einkaufsmöglichkeiten geplant sind, der aber aktuell gleichwohl als Parkplatz dient: das Vauban-Carree, das immer etwas im Schatten der Enklerplatz-Planungen stand. Bauinteresse ist da, glaubt man den Gerüchten, gibt es gar einen möglichen Investor. Aber Stadtspitze und Stadtrat sind hier etwas in der Zwickmühle. Sobald sie grünes Licht für Vauban geben, könnte der Enklerplatz Geschichte sein, was derzeit noch nicht gewollt ist. Zumindest hätte der dortige Investor dann einen Schuldigen, warum es mit seinem Millionenprojekt nicht weitergeht. Das könnte schnell zu enormen Wendungen führen, mit vielen ungeklärten Fragen. Fragen, die es eh schon zuhauf gibt und die einfach mal beantworten werden müssen: Reicht uns das Vauban-Carree in Verbindung mit den bestehenden Centern und dem ortsansässigen Handel? Oder sieht man die Zukunft eher auf dem Enklerplatz? Eine Entscheidung muss her, zu lange schon wird geredet, ohne dass sich was tut. Eine Kreis- und Universitätsstadt steht hier auch in der Verantwortung.